Was bedeutet der „Kohlekompromiss“ für den Hambacher Wald und die bedrohten Dörfer?

Der Abschluss­bericht der „Kohlekom­mis­sion“ wird oft kri­tisiert als zu zaghaft, um einen aus­re­ichen­den deutschen Beitrag zum Kli­maschutz zu garantieren. Ja richtig! Es müsste schneller vor­ange­hen als es der Kom­pro­miss ein­er Kom­mis­sion for­muliert, die beset­zt war mit Vertretern von Wirtschaftsver­bän­den über Gew­erkschaften bis zu Umwel­tor­gan­i­sa­tio­nen und Bürg­erini­tia­tiv­en. Aber:  Für den Stre­it um die Braunkohle- Kraftwerke in unser­er Region ist der Ausstiegsp­fad der Kom­mis­sion von zen­traler Bedeu­tung. Und eine gute Nachricht! Bis 2022 sollen im Rheinis­chen Revi­er 3.100 MW Kraftwerk­sleis­tung still­gelegt wer­den. Das hat­te auch Armin Laschet im Jan. 2019 seit­ens der NRW- Lan­desregierung ange­boten. Nimmt man dies ernst, so reduziert sich die jährliche Köh­le­förderung aus den Tage­bauen Ham­bach und Garzweil­er II schon in den näch­sten Jahren um etwa die Hälfte. Wenn danach die Leis­tung sukzes­sive weit­er reduziert wird, wer­den noch 672 Mio.t bis 2038 benötigt. Bei einem End­da­tum 2030, wie es die Sci­en­tists for Future für möglich hal­ten, wäre es min­destens ein Vier­tel weniger.  Entschei­dend ist nicht wie lange es noch dauert, son­dern wie schnell im jew­eili­gen Zeit­fen­ster welche Kraftwerke abgeschal­tet wer­den. Der Ansatz der DIW-Studie nach Abschal­tung der ält­sten und schlecht­esten Kraftwerke die drei BoA-Blöcke bis 2030 voll weit­erzu­be­treiben und dann erst langsam zu reduzieren, ist kein Naturge­setz. Ambi­tion­iert­ere Pfade wären es Wert kalkuliert und in die Poti­tik­ber­atung einge­bracht zu wer­den.  Wie viel Land­fläche muss noch geopfert wer­den? Um an die Kohle ran zu kom­men, wird z.B. in Ham­bach über 400 m tief gegraben. Damit die Rän­der des großen Loches bei der Kohlegewin­nung sta­bil bleiben, ist ein Böschungswinkel von 1:3 erforder­lich (max. 33% Gefälle bzw. knapp 20° Nei­gung) . So ste­ht es im vom Bergamt genehmigten RWE-Rah­­men­be­trieb­s­­plan. Auf dieser Basis haben die Stu­di­en von BUND NRW und dem Deutschen Insti­tut für Wirtschafts­forschung (DIW) ermit­telt, was förder­bar ist — und zwar ohne weit­ere ohne weit­ere Rodun­gen und Zwang­sum­sied­lun­gen.  (Ein Auszug mit den entschei­den­den Fak­ten aus dem DIW-Gutacht­en siehe unten)  Die Antwort ist klar: Alle Dör­fer kön­nen bleiben und der Wald auch! RWE- Konz­ern prak­tiziert derzeit das genaue Gegen­teil.  Ohne jede Not näh­ern sich die gigan­tis­chen Bag­ger mit erhöhter Geschwindigkeit dem Wald und auch den bedro­ht­en Dör­fern. Seit Sep­tem­ber 2018 schaufeln zwei Großbag­ger auf der ober­sten Sohle Tag für Tag rund eine halbe Mil­lion (!) Kubik­me­ter weg. Als erstes immer wertvollen Wald­bo­den und frucht­bare Lößerde. Fak­ten schaf­fen heißt die Devise. Luft­bild im Sep. 2018 (Zeit­punkt der Räu­mung der Baumhäuser). Sei­ther ist die Tage­baukante auf der Morschenich­er Seite z.T. nur noch 130m vom Wald ent­fer­nt. (gel­ber Kreis).Auf der Man­heimer­seite dro­ht in Kürze, dass bis an die Wurzeln der Bäume gebag­gert wird (rot­er Kreis). Bildquelle: Thomas Krämerkäm­per, BUND NRW Und was macht “die Poli­tik”? Wir haben eine Bun­desregierung, die mit einem Kli­­maschutz-Gesetz, das seinen Namen ver­di­ent, nicht voran kommt und eine Lan­desregierung, die keine Anstal­ten macht, die Fak­ten der Kohlekom­mis­sion in eine neue Leit­entschei­dung für die Reviere umzuset­zen. Dies gibt dem Konz­ern die Rück­endeck­ung weit­erzu­machen, als wäre nichts gewe­sen.  Da gibt es nur eins: Der Protest muss in diesem Jahr wieder richtig laut wer­den. Auszug aus der Studie des Dt. Inst. für Wirtschafts­forschung, Berlin  „Die Braunkohleförderung

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Rote Linie und die Zukunft

Im Mai war der Ham­bach­er Waldspazier­gang der 50. in ein­er unglaublichen David gegen Goliath-Geschichte. Er war gle­ichzeit­ig die fün­fte „Rote Lin­ie“, um den ras­an­ten Vor­marsch der RWE Bag­ger zu stop­pen. Bilder des Köl­ner Fotografen Her­bert Sauer­wein von dieser fried­vollen, aber bes­timmten Aktion — unter­legt Liedern von Kurt & Josie (z.T. mit Bär­bel an der Geige) – gibt es in diesem Video:  „Die Rote Lin­ie“, so heißt auch der bewe­gende Doku­men­tarfilm über alles, was über den Wider­stand im Rheinis­chen Revi­er in die Geschichts­büch­er zu schreiben wäre. Diesen Film muss man gese­hen haben! Über 4 Jahre hat die großar­tige Regis­seurin, Karin de Miguel Wessendorf, mit ihrem Team Men­schen begleit­et, die sich mit langem Atem gegen RWE zur Wehr set­zen.  Ab Do, 06.06. läuft er in der drit­ten Woche im Apol­lo. Täglich um 18.00 h. Infos und Tick­ets unter: http://www.apollo-aachen.de/?page_id=5900 Hinge­hen ist gut für das Herz und den Mut weit­erzu­machen. Denn der Konz­ern gebärdet sich derzeit wie ein ver­wun­detes Raubti­er. Wir dür­fen keine Ruhe geben.  Aachen im Zen­trum der europäis­chen Kli­maschutzbe­we­gung! … für das Fron­le­ich­­nams- Woch­enende bah­nt sich Großes an. SAVE THE DATES! „Fri­days for Future“ aus 16 Län­dern Europas, und die (Grand)Parents, Sci­en­tists & Co. rufen auf: Fr, 21. Juni zen­traler Kli­mas­treik in Aachen . Wir wer­den die größte Demo erleben, die Aachen je gese­hen hat. Und der Tivoli wird mal wieder umjubelt sein! Und Har­ald Lesch wird auch dabei sein. Bitte packt mit an, um tausende tolle junge Men­schen unterzubrin­gen und zu ver­sor­gen. Bet­ten­börse und weit­ere Infos: https://ac2106.fridaysforfuture.de/ Am, Sa, 22. Juni geht es um die bedro­ht­en Dör­fer am Tage­bau­rand von Garzweil­er II.Unter dem Mot­to: “Platz nehmen gegen Kohle!” wer­den wir uns mit tausenden Men­schen schützend vor die Dör­fer set­zen. Die Farbe des Tages ist gelb, also bringt gelbe Klei­dung und Sitzgele­gen­heit­en mit! Dazu wer­den auch BUND, Green­peace, cam­pact, Naturfre­unde bun­desweit mobilsieren. Mobi Video unter https://www.alle-doerfer-bleiben.de/: oder hier auf YouTube Und auch die Aktiv­en von “Ende Gelände” haben an diesem ver­längerten Woch­enende zivile und unge­hor­same Aktio­nen an ander­er Stelle in Vor­bere­itung. https://www.ende-gelaende.org/de/aktion/

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Der Mai ist da!

Die zweite Mai­woche war ange­füllt mit vie­len Ver­anstal­tun­gen: Ein fuli­man­ter Start des Aach­en­er Radentschei­ds mit ein­er tollen kurzweili­gen Ver­anstal­tung auf dem Markt, 1.200 Men­schen bei der Roten Lin­ie und dem 5‑jährigen Jubiläum in Ham­bach und zeit­gle­ich 20.000 Teil­nehmer bei großen “Right(s) Now” Demo in Brüs­sel mit einem großen Kimaschutzblock. Hier­bei war erst­ma­lig auch die Forderung nach Abschal­tung von Tihange und Doel deut­lich sicht­bar bei ein­er Großak­tion der ökosozialen Bewe­gung “Hart boven hard” (Mit Herz gegen die Härte). Aus dem nicht bel­gis­chen Teil des tri­na­tionalen Bünd­niss­es waren vor allem Süd-Lim­burg­er und aus Aachen die IPPNW Medi­zin­er und die 3 Rosen vertreten. Dies ließe sich alles mit vie­len schö­nen Fotos doku­men­tieren. Es drängt aber, einen Blick auf das näch­ste Woch­enende zu wer­fen. Am Sa, 18. Mai dro­ht eine weit­ere Kirchen­z­er­störung nach RWE Plan zu ver­laufen. Das Dorf Man­heim (östlich vom Wald) ist in den let­zten Monat­en bere­its weit­ge­hend platt gemacht wor­den https://3rosen.eu/rwe-zerstoert-weiter/. An diesem Tag soll nun auch die Kirche vom Köl­ner Bischof entwid­met wer­den. Damit wäre der Weg für den Konz­ern frei, noch in diesem Som­mer die Abriss­birne loszuschick­en und ein ähn­lich­es Infer­no wie beim Immerather Dom im let­zten Jahr anzuricht­en. Das kön­nen wir nicht ein­fach als den Lauf der Dinge hin­nehmen. Wir rufen alle auf, ob Chris­ten oder nicht, beteiligt euch am “Stillen Protest” vor der Kirche: ab 14 Uhr: Demon­stra­tionszug von Bahn­hof Buir nach Man­heim, Fri­­days-for-Future Köln (FB-Event: https://www.facebook.com/events/452509382184669/ ) Ab 16 Uhr in Man­heim: Stiller Protest gegen die Entwid­mung der Kirche. Die Aktion wird von unter­schiedlichen Grup­pen unter­stützt (Fri­days for Future Köln, Alle Dör­fer bleiben, Ver­heizte Heimat, Extinc­tion Rebel­lion DN, Kli­maAk­tion Köln, burnOUT). Sie ver­ste­ht sich als Gespräch­san­re­gung inner­halb und mit der katholis­chen Kirche. Durch unter­schiedliche Aktions­for­men (u.a. Beten, Die-In oder das Zuk­leben von Mün­dern) soll in Verbindung mit großen Trans­par­enten, auf denen die 10 The­sen zum Kli­maschutz der deutschen Bis­chöfe ste­hen, endlich erre­icht wer­den, dass die Kirche ihre selb­st gesteck­ten Ziele auch in konkretes Han­deln über­führt. Weit­ere Infos: http://verheizte-heimat.de/2019/05/13/entwidmung-der-pfarrkirche-manheim-am-18–5‑pressemitteilung-hintergruende-und-konzept-des-stillen-protestes/ ANREISE: Die 3 Rosen haben noch PKW Plätze frei. Abfahrt: 14.30 Uhr an der Geschäftsstelle (Drei Rosen­str. 30) Anmel­dung: ahrisseac@gmx.de oder unter: 0172- 88 75 901 Eine Zer­störung wie beim Immerather Dom, die vie­len noch wie eine bru­tale öffentliche Hin­rich­tung im Gedächt­nis ist, darf sich nicht wieder­holen. Stoßge­bet eines unor­gan­isierten Chris­ten:  Lieber Gott, schicke deinen heili­gen Geist in die Kirche von Man­heim. Einen Geis­tes­blitz in das Herz des Bischofs, wie er die Zer­störung deines Gotte­shaus­es noch ver­hin­dern kann. Vielle­icht sagt er dann fol­gende Sätze:  „Oh Herr, wir haben diese Kirche in deinem Namen und dem dein­er Heili­gen gewei­ht. … St. Albanus und St. Leon­hardus haben mit dir gesprochen, wie ich ger­ade erfuhr. … (Er hält seine Hand ans Ohr, um bess­er zu ver­ste­hen) … Und die Staat­san­waltschaft des jüng­sten Gerichts hat sich ein­deutig geäußert, dass sie die Inqui­si­tion ein­schal­ten wird ?…. Das würde auch mich betr­e­f­fen ?! …  Liebe Gemein­demit­glieder, … mir ist von oben strikt unter­sagt wor­den, diese Kirche zu entwid­men … bis der neue Besitzer den ein­deuti­gen Nach­weis erbringt, dass der Abriss dieses Gotte­shaus­es, angesichts des Kohlekom­pro­miss­es für die Stromversorgung

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RWE zerstört weiter

Beim let­zten Waldspazier­gang am 17.03. wur­den wir Augen­zeuge des Abriss-Infer­­nos, das RWE in Man­heim derzeit anrichtet — in dem Dorf west­lich des Waldes, weit weg von der Tage­baukante. Aber auch den sel­ber Wald lässt der Konz­ern trotz Rodungsstop nicht in Ruhe. Ein Bericht von Michael Zobel, der Anfang der Woche vor Ort war: “Nach ein­er Führung im Ham­bach­er Wald mit ein­er Schulk­lasse aus Düren am Mon­tag, 25. März 2019 und den dor­ti­gen “Live”-Erlebnissen muss ich fol­gende Zeilen loswer­den: Jan­u­ar 2019: Die Kohlekom­mis­sion der Bun­desregierung hat verkün­det, ein Erhalt des Ham­bach­er Waldes sei “wün­schenswert”. « Anm. der 3 Rosen: Kurze Zeit danach stellt das Dt. Insti­tut für Witschafts­forschung (DIW) seine Studie vor, die nach­weist, dass auf Basis des Bericht­es der “Kohlekom­mi­sion” sowohl der Ham­abach­er Wald als auch die Dör­fer an den Tage­bauen in Ost und West nicht dem Bag­ger weichen müssen. Mehr dazu bei unser­er Ver­anstal­tung am Mi, 3.4. im Haus der ev. Kirche.»  “Feb­ru­ar: NRW-Min­is­ter­präsi­­dent Armin Laschet verkün­dete eine Zusage von RWE, bis 2020 keine Rodungsar­beit­en im Ham­bach­er Forst durchzuführen.  März: Was passiert in der Real­ität? Der Konz­ern RWE zeigt sein wahres Gesicht. Stück für Stück wird der Ham­bach­er Wald zer­stört. So wie heute, am 25. März 2019. Unter faden­scheini­gen Begrün­dun­gen, unter mas­sivem Polizeis­chutz, mit der Unter­stützung von Kom­­mu­­nal- und Lan­despoli­tik  wer­den weit­er Zufahrtswege aus­ge­baut, Bäume gefällt, Schneisen geschla­gen, der Boden in diesem einzi­gar­ti­gen Wald mas­siv verdichtet und geschädigt. Irre­versible Schä­den wer­den angerichtet, die Ver­wal­tung, die Poli­tik und die Polizei machen sich zu Hand­langern eines Konz­erns, der das Sym­bol Ham­bach­er Wald unter allen Umstän­den endgültig ver­nicht­en will.  Das Alles geschieht, wo eine Phase der Ruhe, der Besin­nung und zukun­ftsweisender Gespräche ange­bracht wäre.  Herr Min­is­ter­präsi­dent Laschet, Herr Innen­min­is­ter Reul, ich fordere Sie auf, machen Sie der fortschre­i­t­en­den Ver­nich­tung des Ham­bach­er Waldes ein sofor­tiges Ende. Helfen Sie mit, nicht weit­er Öl ins Feuer zu gießen, sor­gen Sie mit all Ihrem Ein­fluss für eine Befriedung dieses drama­tis­chen gesamt­ge­sellschaftlichen Kon­flik­tes. Machen Sie sich nicht weit­er zu Hand­langern eines Konz­erns, der die Zeichen der Zeit völ­lig ver­schlafen hat. Ein Konz­ern, der weit­er gegen jede Ver­nun­ft täglich Natur, Dör­fer, Kul­turschätze und wertvoll­ste land­wirtschaftliche Flächen ver­nichtet und Men­schen aus Ihrer anges­tammten Heimat vertreibt. Kein Baum darf mehr fall­en! Wald UND alle Dör­fer bleiben!”

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Raus in den Frühling

Sam­stag, 23.03.: Stern­marsch der Dör­fer im Garzweil­er Revi­er Man erin­nere sich: Im let­zte Jahr strahlte Anfang Okto­ber noch die Spät­som­mer­son­ne 50.000 Men­schen an, die sich zur großen Demo am Ham­bach­er Tage­bau­rand ver­sam­melten. Am kom­menden Sam­stag leuchtet die große Energiespenderin auf das Garzweil­er Revi­er und die dort bedro­ht­en Dör­fer, denen die RWE- Bag­ger immer näher rück­en.  Die große Aufmerk­samkeit, die der Schutz des Waldes im ganzen Land und inter­na­tion­al erfahren hat, hat auch den Men­schend neuen Mut gegeben, die sich nicht zur Umsied­lung aus ihrer Heimat zwin­gen lassen wollen.  Die lokalen Anwohn­er-Ini­­ti­a­­tiv­en erhof­fen sich ganz viel sol­i­darische Unter­stützung beim Stern­marsch am kom­menden Sam­stag. Und die Sonne ist wieder mit dabei und beschert uns mit wun­der­schönem Früh­lingswet­ter! In 8 Ster­nen­schweifen geht es aus ver­schiede­nen Orten zu Fuß und auf dem Rad nach Keyen­berg.  Alle Anreise Infos unter: https://www.alle-doerfer-bleiben.de Die Grü­nen organ­isieren ab Aachen (13.15 h Hbf) Busse zum Stern­marsch. Anmel­dung (bis. 21.03.) unter: https://www.oliver-krischer.eu/busanmeldung/ Einige von uns 3 Rosen wollen mit der Bahn und Rad nach Erke­lenz fahren (Abfahrt: 13.37 h AC Hbf — Ankun­ft 14.13 h). Seid rechtzeit­ig im Hbf, dann kön­nen gün­stige 5er Tick­ets kaufen.Wer ohne Rad­mit­nahme reist, nutzt diese Region­al­bahn bis Wick­rath (2 Sta­tio­nen weit­er). Ab Wick­rath Markt (350 m vom Bf) fahren euch Shut­tle­busse nach Wan­lo. Von dort geht der kürzeste Fuß­marsch (1,6 km) los. Let­zte Möglichkeit, um noch rechtzeit­ig den Start des Radler­schweifs zu erre­ichen: AC 14.13 h (RE) — Erke­lenz Ankun­ft 14.53 h.  Rück­fahrt mit dem Rad: Keyen­berg — Erke­lenz (direkt ca. 8 km). Ab Erk. Bf. fahren Züge nach AC jew­eils um xx.37 h bzw. xx.02 hFür Fußgänger wer­den zur Heim­reise Shut­tle­busse nach Wick­rath fahren. Außer­dem kön­nt ihr evt. an den Park­plätzen PKW- Fahrern helfen, ihre Spri­taus­nutzung zu verbessern 😉 Kommt zu hauf. Unsere Unter­stützung wird gebraucht!

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Freitags für die Zukunft lernen

Ein Aufruf an die jun­gen Men­schen, die mit Gre­ta bei den „Fri­days for Future“ streiken. Ihr jun­gen Leute seid großar­tig und jed­er Schul­streik­tag der let­zten Monate war ein gewonnen­er Tag für uns alle. Ein Weck­ruf für alle Gen­er­a­tio­nen.  Am Fre­itag gin­gen wir am Elisen­brun­nen durch Menge, um Fly­er zu unser­er Ver­anstal­tung „Alle Dör­fer bleiben und der Wald auch“ zu verteilen. Dabei fiel uns auf: Auch manche Lehrer*innen haben ver­standen, was Not tut. Sie waren mit ganzen Klassen zur Demo gekom­men.  Vor ein­er Woche erhiel­ten wir die Anfrage ein­er Aach­en­er Schule. Im Rah­men ein­er Pro­jek­t­woche soll­ten Schüler uns befra­gen dür­fen zum The­ma: Was macht eigentlich eine Bürg­erini­tia­tive? Machen wir gerne. Aber da geht noch viel mehr.  Eine Idee, die Schule machen kön­nte Liebe Schüler*innen, stellt euch vor: Jed­er Fre­itag ist ein Pro­jek­t­tag. In jedem Fach. Aber immer zu dem einen The­ma:  Eure Zukun­ft.  Und an jedem let­zten Fre­itag im Monat tragt ihr dann eure Ideen und Erken­nt­nisse nach draußen in die Welt. Auf den Elisen­brun­nen, durch die Stadt. Auch in die Medi­en.  Für eure Lehrer kann das hart wer­den. Denn auf viele eur­er drän­gen­den Fra­gen wer­den sie keine Antwort wis­sen. Aber wenn sie nicht gar zu verknöcherte Pauk­er sind, kön­nen Sie euch helfen, selb­st nach Antworten zu suchen.  Ihr habt ver­standen, dass die Kli­makrise etwas mit dem riesi­gen Energiehunger unser­er Wirtschaftsweise zu tun hat. Ihr wollt ein Ende des Palavers, es soll was getan wer­den. Aber was genau? Und wer? Im Großen und im Kleinen? Das kann man naturgemäß nicht bei ein­er Demo disku­tieren.  Ihr habt erkan­nt und laut gesagt, dass jet­zt was passieren muss. Tragt euer The­ma in die Schulen. Holt euch unab­hängige Experten in die Klassen. Fühlt ihnen auf den Zahn. Lernt zu ver­ste­hen, was kom­pliziert und was ein­fach ist. Werdet selb­st zu Profis. Ein paar Beispiele für den Weg dahin: Fragt eure Eltern  „Wie viel Strom ver­brauchen wir eigentlich? Wieviel Energie für Heizung und Warmwass­er?“ Recher­chiert: Ist das viel oder wenig? Ist das zukun­fts­fähig? Kann man da was ändern? Woher kommt der Strom? Ist der echt öko?  Und: „Unser Auto, wieviel CO2 bläst das zum Aus­puff raus?“ Gibt es eine Alter­na­tive? Im All­t­ag, beim näch­sten Fam­i­lienurlaub? Oder: Wieviel Energie frisst unser Essen?  Und schon seid ihr mit­ten­drin in dem, was jede/r selb­st bee­in­flussen kann. Tragt das zusam­men im Schul­pro­jekt. Und bald seid ihr schlauer als der Porschefahrer Chris­t­ian Lind­ner und seine „Profis“, denen man alles über­lassen soll.  Raus aus der Schule Fordert von eur­er Schule: Wir wollen Exkur­sio­nen machen! Wir wollen die Pro­duk­tion vom E.go in Rothe Erde besuchen. Wir wollen mit dem Wald­führer Michael Zobel zur Sophien­höhe gehen und den Ham­bach­er Tage­bau aus der Nähe sehen. Wir wollen das Besuch­er-Wind­kraftwerk in Ors­bach besteigen. Und, und, und… „Nicht für die Schule wollen wir ler­nen– son­dern für unser Leben.“ Mit dieser Parole haben wir in unser­er Schulzeit für eine neue Art von Bil­dung gestrit­ten.  Wer sind wir? Eine Oma und ein Opa, die für die Zukun­ft ihrer drei Enke­lin­nen kämpfen. Wir sind Großel­tern, die ihre Hoff­nun­gen und Überzeu­gun­gen in unseren jun­gen Jahren — am Anfang der Umwelt­be­we­gung  — gewon­nen haben. Wir wollen diese nicht im beque­men All­t­ag begraben, die unserer

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Aktiv werden — egal wie

Fri­days for future every­where  Am Fre­itag, 15. März wer­den in über 80 Län­dern weltweit junge Men­schen auf die Straßen gehen und ihre Zukun­ft ein­fordern. In der Liste der über 150 deutschen Städten, in denen der Schul­streik fürs Kli­ma aus­gerufen wird, ste­ht AACHEN natür­lich ganz oben: 10.00 Uhr am Elisen­brun­nen. Willkom­men sind auch Eltern und Großel­tern, die ihre (Enkel)Kinder unter­stützen wollen. Aber auch zu Hause kann jede/r aktiv wer­den. Klickt z.B. ein­fach mal auf:  Energiewende geht nicht ohne Verkehr­swende. Kli­maschutz in Aachen? Ein Desaster gegen das am Ascher­mittwoch 200 Men­schen vor der Sitzung des Stad­trates demon­stri­erten. https://www.aachen.greenpeace.de/artikel/mehr-klimaschutz-aachen    Vor allem die jahre­lange Untätigkeit von Poli­tik und Ver­wal­tung bei Umset­zung im Verkehrs­bere­ich hat erschreck­ende Fol­gen: Statt angestrebter 40% Senkung der CO2-Emis­­sio­­nen gegenüber 1990 tat­säch­lich 18% (!) Anstieg. Ein klein­er Licht­blick: Es läuft mit­tler­weile die Pla­nung von Rad­vor­ran­grouten von Eilen­dorf und Brand in die Innen­stadt. Aber der erste Bauab­schnitt in der oberen Lothringer­straße dro­ht schon zu einem Fehlstart zu wer­den. Der Vorschlag der Ver­wal­tung wurde bei der Sitzung der Bezirksvertre­tung Mitte am 6.2.2019 in der Bürg­er­frages­tunde heftig kri­tisiert. Ver­schiedene Radini­tia­tiv­en stellen ihre „Bürg­er­vari­ante“, am Do., 14. März um 19.00 h direkt vor Ort im „Kul­tur­raum Rast­stätte“, Lothringer­str. 23 vor. Infos zum Plan unter: http://www.kryger.de/ffBrand Radler! Fahrt hin, informiert euch und werdet aktiv. https://3rosen.eu/wp-content/uploads/2019/03/A5-Flyer.pdf Der Ham­bach­er Waldspazier­gang Nr. 200  Am So, 17. März, 11.30 Uhr, heißt es wieder “Wald statt Kohle” mit Eva Töller. Michael Zobel und Todde Kem­merich. Start dies­mal in MANHEIM,Berren­dor­fer Straße. Sie zeigen das Infer­no, das RWE hier und ander­swo anrichtet.  Diese RWE Ein­ladung haben wir uns erlaubt etwas zu ver­frem­den. Ein­fach auf den Pfeil im Bild klick­en, dann läuft das Video ab. Am schön­sten im Voll­bild­modus 🙂 Helft den bedro­ht­en Dör­fern Sa, 23. März, ab 15.00 Uhr, Stern­marsch der Dör­fer im Garzweil­er Revi­er, ab 15.00 Uhr. Aus ver­schiede­nen Orten zu Fuß und auf dem Rad nach Keyen­berg. Alle Infos unter: https://www.alle-doerfer-bleiben.de Die Grü­nen organ­isieren Busse zum Stern­marsch. Anmel­dung (bis. 21.03.) unter: https://www.oliver-krischer.eu/busanmeldung/ Mi, 03. April. 18–21 Uhr, „Alle Dör­fer bleiben – und der Wald auch“, im Haus der ev. Kirche, Aachen. Große, promi­nent beset­zte Infor­­ma­­tions-Ver­anstal­­tung zu den Kon­se­quen­zen aus der Kohlekom­mis­sion für das Rheinis­che Revi­er. Organ­isiert von den 3 Rosen mit Unter­stützung der Otrs­grup­pen von Green­peace, BUND und NABU, dem Solaren­ergie Fördervere­in und dem Ev. Bil­dungswerk. (Nähere Infos auf unser­er Website)

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Urenco kippt Urananreicherungslimit — neue Atomspirale droht !

Vorbe­merkung: Das Rechercheteam der Bürg­erini­tia­tiv­en im Umfeld der nord­west­deutschen Atom­fab­riken hat Unge­heuer­lich­es ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. Im Fol­gen­den doku­men­tieren wir die Pressemit­teilung vom 5.3.2019: — RWE, EON und Bun­desregierung bil­li­gen Aus­bau des Atom­sek­tors — Wet­t­lauf in den USA um ziv­il-mil­itärische Atom-Renais­sance — Uran-Fir­­ma in Jülich an Entwick­lung und Bau beteiligt? Der deutsch-nieder­ländisch-britis­che Uranan­re­icher­er Ure­n­co hat angekündigt, in der firmeneige­nen Uranan­re­icherungsan­lage in New Mexico/USA Kapaz­itäten für eine Vervier­fachung des bish­eri­gen Uranan­re­icherungs­grads für Bren­nele­mente aufzubauen. Zukün­ftig soll Uran 235 statt bis­lang max­i­mal auf 5% auf bis zu 19,75% angere­ichert wer­den. Für die Entwick­lung der entsprechen­den Zen­trifu­gen würde die zen­trale Ure­­n­­co-Tech­nik­­tochter ETC neben dem Forschungszen­trum in Jülich einge­set­zt wer­den. Als mögliche Kun­den führt Ure­n­co “fort­geschrit­tene Reak­tortypen” sowie Forschungsreak­toren an, aber auch die von Ure­n­co geplanten eige­nen U‑Bat­­terie-Atom­­reak­­toren. Konkretes Inter­esse an dem deut­lich höher angere­icherten Uran hat in den USA vor weni­gen Wochen aus­gerech­net das US-Vertei­di­­gungsmin­is­­ter­i­um geäußert, das kleine mobile Reak­toren für “rapid response sce­nar­ios” bauen möchte. Mit der Ankündi­gung von Ure­n­co set­zen sich die deutschen Miteigen­tümer RWE und EON sowie die Auf­sicht führende Bun­desregierung klar für einen gefährlichen Aus­bau des Atom­sek­tors ein. Das neue Pro­dukt “HALEU” (high assay low-enriched ura­ni­um) kommt extrem nahe an die 20%-Grenze bei der Uranan­re­icherung. Darüber gilt Uran als hochan­g­ere­ichert und waf­fen­fähig. Atom­poli­tis­che Sicher­heits­bar­ri­eren wer­den durch­brochen “Der Uranan­re­icher­er Ure­n­co, seine deutschen Miteigen­tümer RWE und EON sowie die Bun­desregierung durch­brechen bei der Uranan­re­icherung eine sicher­heit­spoli­tis­che Bar­riere – just zu ein­er Zeit, wo in den USA und in Europa eine neue atom­are Aufrüs­tung dro­ht. Öffentlich verkün­den die Bun­desregierung, aber auch RWE und EON, aus der Atom­en­ergie aussteigen zu wollen, doch nun offen­bart sich der Ein­stieg in eine völ­lig neue ziv­il-mil­itärische Dimen­sion der Uranan­re­icherung. In den USA gibt es bere­its jet­zt einen Wet­t­lauf auf dem HALEU-Sek­­tor zwis­chen Ure­n­co und dem US-Konkur­renten Cen­trus Ener­gy um neue Kun­den,” so Matthias Eick­hoff vom Aktions­bünd­nis Mün­ster­land gegen Atom­an­la­gen. “Ure­n­co wird in den USA schon seit Jahren mit der Beliefer­ung von Reak­toren in Zusam­men­hang gebracht, die Tri­tium für den Ein­satz in Atom­waf­fen her­stellen. Bis­lang galt die 5%-Grenze bei der Uranan­re­icherung als Beleg für die rein zivile Nutzung – warum soll dies jet­zt nicht mehr gel­ten? Wie kann die Bun­desregierung einen der­art drama­tis­chen Kurss­chwenk bei Ure­n­co bil­li­gen? Und welche Garantien gibt es, dass die neue 19,75%-Grenze in ein paar Jahren nicht auch gekippt wird, weil die Begehrlichkeit­en zu groß wer­den? Die Gefahr der Pro­lif­er­a­tion schätze ich aus frieden­spoli­tis­ch­er Sicht als sehr hoch ein,” so Dr. Ange­li­ka Claussen von der Ärz­teor­gan­i­sa­tion und Frieden­sno­bel­preisträgerin IPPNW. Zen­trifu­gen­fir­ma in Jülich und Uranan­re­icherungsan­lage Gronau beteiligt? “Auch die deutschen Stan­dorte zur Uranan­re­icherung und Zen­trifu­gen­her­stel­lung wer­den direkt und indi­rekt von der Vervier­fachung des Uranan­re­icherungs­grads betrof­fen sein. In Jülich befind­et sich bei ETC das tech­nol­o­gis­che Zen­trum der Zen­trifu­gen­her­stel­lung für Ure­n­co und die franzö­sis­che Part­ner­fir­ma Ora­no. Und von Ure­n­co in Gronau angere­ichertes Uran kann in der US-Anre­icherungsan­lage in New Mex­i­co dann wom­öglich zu HALEU weit­er angere­ichert wer­den – hier wer­den viele der bish­eri­gen Sicher­heitss­chranken durch­brochen,” ergänzte Ker­stin Rudek von der BI Umweltschutz Lüchow-Dan­nen­berg. Hin­ter­grund: Ure­n­co Ltd. gehört zu je einem Drit­tel dem britis­chen und dem nieder­ländis­chen Staat. Das deutsche Drit­tel gehört zu gle­ichen Teilen RWE und EON. Die Bun­desregierung beauf­sichtigt Ure­n­co zusam­men mit der britis­chen und nieder­ländis­chen Regierung.

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Das Revier braucht Ruhe und Frieden…

…damit der Struk­tur­wan­del gestal­tet wer­den kann.  Die Befriedung der aufge­heizten Stim­mungen in den Milieus der ver­schiede­nen Grup­pen von Betrof­fe­nen muss die Grund­lage allen Han­delns der poli­tisch Ver­ant­wortlichen sein. Wie sollen die Men­schen im Revi­er an die Zukun­ft glauben, oder bess­er noch: sie pos­i­tiv mit­gestal­ten, wenn die Gegen­wart von Unsicher­heit geprägt ist. Um den sozialen Frieden herzustellen, muss eine neue Leit­entschei­dung der Lan­desregierung her, die zweier­lei sich­er­stellt:  Keine Zwang­sum­sied­lun­gen mehr – Keine Rodun­gen – egal wo!  Dass dies tech­nisch möglich und finanziell mach­bar ist, zeigt u.a. die aktuelle Studie des DIW, deren Faz­it wir im Anschluss doku­men­tieren. Lang­fas­sung unter: https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.612236.de/diwkompakt_2019-131.pdf Es gibt eine Liste von über 120 NRW-Pro­­jek­ten für die Struk­turen­twick­lung, die im End­bericht der Kohlekom­mis­sion als Sofort­maß­nah­men bis 2021 angekündigt wer­den. Wer so mutig ist, dies ernst zu nehmen, kön­nte auf die Idee kom­men, dass ein Ruck durch das Revi­er gehen kann, der den Ausstieg aus der Kohle zum Auf­bruch in eine Zukun­ft macht mit neuer Qual­ität beim guten Leben und gutem Arbeit­en für alle. Viel entschei­den­der als das umstrit­tene Schluss­da­tum ist, dass jet­zt ambi­tion­iert begonnen wird. Mit klaren Zie­len im Inter­esse von Men­sch und Natur.  Liste der Pro­jek­tvorschläge Struk­turen­twick­lung Nor­­drhein-West­­­falen (Down­load: Recht­sklick, Ziel spe­ich­ern unter) „Die Braunkohle­förderung in den Tage­bauen Garzweil­er II und Ham­bach betrug im Jahr 2017 unge­fähr 70 Mil­lio­nen t. In den näch­sten Jahren wird die Nach­frage aber deut­lich zurück­ge­hen. Gründe hier­für sind die Braunkohlesicher­heits­bere­itschaft, die zu ein­er Nach­fragere­duk­tion von 10 Mil­lio­nen t führt, sowie zusät­zliche Maß­nah­men zur Erre­ichung des 40%- Kli­maschutzziels. Die von der soge­nan­nten „Kohlekom­mis­sion“ emp­foh­lene Stil­l­le­gung von älteren Blöck­en mit ein­er Leis­tung von unge­fähr 3 GW an den Stan­dorten Nieder­außem und Neu­rath führt ab dem Jahr 2022 zu ein­er jährlichen Einsparung von 23 Mil­lio­nen t (…) Hier­durch hal­biert sich der jährliche Bedarf für die Tage­baue Garzweil­er II und Ham­bach spätestens ab dem Jahr 2022 (…). Für einen Weit­er­be­trieb des Kohlere­viers bis zum Jahr 2035 wer­den somit ins­ge­samt noch unge­fähr 612 Mil­lio­nen t Braunkohle benötigt. Erfol­gt der Ausstieg erst 2038 wür­den 672 Mil­lio­nen t Braunkohle benötigt (s. Abb. ). Die Ergeb­nisse zeigen, dass bei Verzicht auf Rodun­gen im Ham­bach­er Wald und den Erhalt der Dör­fer Morschenich und Man­heim noch 477 Mil­lio­nen t Braunkohle im Tage­bau Ham­bach förder­bar sind. Im Tage­bau Garzweil­er II verbleiben bei Erhalt der Dör­fer Keyen­berg, Kuck­um, Berverath, Ober­westrich und Unter­westrich sowie des Eggerather Hofes und des Roitzer­hof noch 338 Mil­lio­nen t Kohle.  Für das Gesamt­sys­tem sind somit zum 1. Jan­u­ar 2019 noch Kohlere­ser­ven von 815 Mil­lio­nen t ver­füg­bar. Dies über­schre­it­et die bis 2035 oder 2038 noch benötigten Men­gen deut­lich und zeigt daher, dass sowohl der Ham­bach­er Wald als auch die bedro­ht­en Dör­fer erhal­ten bleiben kön­nen. Dieser Über­schuss ermöglicht den für Holzweil­er geset­zlich fest­gelegten und in den Berech­nun­gen angenomme­nen Min­destab­stand von 400 m zu allen bewohn­ten Gebäu­den noch zu erhöhen.“ „Der von der Kohlekom­mis­sion getrof­fene Kom­pro­miss ist ein wichtiger Schritt in der fort­laufend­en Energiewende. Er stellt hier­bei einen wichti­gen Ein­stieg in einen noch Jahre dauern­den Ausstiegsprozess dar, der jet­zt entsprechend von der Bun­desregierung durch ein Kohleausstiegs­ge­setz umge­set­zt wer­den muss (…)  Frühere Analy­sen zeigen, dass neben den bedro­ht­en Dör­fern in NRW auch in der Lausitz und im Mit­teldeutschen Revier

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Gibt es eine Alternative für das Rheinische Revier?

Am Son­ntag, 06. Jan. 2019, waren unsere Vere­ins­mit­glieder Hen­ry Risse und Robert Borsch-Laaks bei der Mah­nwache in Erke­lenz zum Jahres­gedächt­nis der Zer­störung des Immerather Doms. Da sie bei­de Inge­nieure und Natur­wis­senschaftler sind, haben sie das gemacht, was der All­t­agsjob von tech­nis­chen Plan­ern ist: Mal die Größenord­nun­gen abschätzen, was ver­schiedene Alter­na­tiv­en an Effek­ten haben kön­nen. Die ältesten inef­fizien­ten Dreckschleud­ern abschal­ten! Den Bewohn­ern der Orte wurde immer wieder erzählt, dass Ihre Umsied­lung notwendig sei, weil die Kohle für die Energiev­er­sorgung des Lan­des gebraucht würde. Diese grob vere­in­fachte Darstel­lung darf man get­rost anzweifeln, wenn man sich vor Augen hält, dass in 2018 ca. 70 Mrd. KWh Strom aus Deutsch­land exportiert wur­den. Um diese Strom­menge aus Braunkohle zu gewin­nen sind 60 Mio t notwendig. Das ist die etwa För­der­menge von zweien (!!) der drei Groß­tage­baue im Rheinis­chen Revi­er. Es ist nahe liegend, als erstes die kleineren und ca. 40 Jahre alten 300 MW Blöcke mit schlechtem Wirkungs­grad — und damit auch dr größten Umwelt­be­las­tung — vom Netz nehmen (zusam­men 2.700 MW).  Das würde ein­er Reduzierung der benötigten Kohle­menge von gut 20 Mio t/a entsprechen, ca. 2/3 der Förderung von Garzweil­er.  Blick in die nahe Zukun­ft Wenn man Mitte der 2020er Jahre weit­ere Blöcke (in Summe ca. 3.000 MW) vom Netz nimmt, dann brauchen weit­ere 20 bis 25 Mio t weniger gefördert wer­den. Dann kön­nte ein Groß­tage­bau ganz still gelegt wer­den. Oder genauer betra­chtet: Bei diesem Stil­le­gungsszenario mit gesun­dem Men­schen­ver­stand, ergibt sich für die jährliche För­der­menge aus Garzweil­er eine Hal­bierung inner­halb weniger Jahre. Die ver­füg­baren Abbaufelder wür­den mehr als aus­re­ichen, ohne dass die bedro­ht­en Dör­fer und ihre Kirchen wegge­bag­gert wer­den müssen. Die Prax­is von RWE ist eine ganz andere. Die gegen­wär­tige ober­flächige Abbag­gerung von alter A61 und den angren­zen­den Feldern erfol­gt nach Bericht­en der Anwohn­er derzeit in ein­er noch nie erlebten Hochgeschwindigkeit. Das schafft Fak­ten, die ein­er mutwilliger Vertrei­bung der dort leben­den Men­schen gle­ichkommt – egal was die Kohlekom­mis­sion beschließt.  Gibt es eine andere Zukun­ft? Die Erneuer­baren wer­den immer gün­stiger. Großflächenan­la­gen wer­den nach jüng­sten Auss­chrei­bungsergeb­nis­sen der Bun­desnet­za­gen­tur für weniger als 5 ct/kWh vergeben. Aber auch Kleinan­la­gen, z.B. auf dem eige­nen Haus­dach, kön­nen Solarstrom für 8 bis 10 ct/kWh erzeu­gen (Ten­denz fal­l­end). Wind­strom ist im Bin­nen­land sog­ar für 6 ct/kWh zu pro­duzieren. Aus dem Netz vom EVU kostet der Strom das Drei- bis Fünf­fache.  Natür­lich soll­ten in den näch­sten Jahrzehn­ten die Erneuer­baren mas­siv aus­ge­baut wer­den. Als „Brück­en­tech­nolo­gie“ kön­nen vorhan­dene Gaskraftwerke (halb so großer CO2-Ausstoß wie bei der Braunkohle­ver­bren­nung) zur Über­brück­ung der „Dunkelflaute“ einge­set­zt wer­den. Dies erhöht neben­bei deren Wirtschaftlichkeit, weil sie dann nicht nur zur mor­gendlichen Spitzen­last­deck­ung einge­set­zt wer­den.  Bürgeren­ergie, egal ob indi­vidu­ell oder in Genossen­schaften, war das Rück­grat der Energiewende in den let­zten 20 Jahren. Die Men­schen in diesem Land haben qua­si per Investi­­tions-Volksab­s­tim­­mung dafür gesorgt, dass zwei Drit­tel der EE-Net­­tostromerzeu­­gung aus bürg­ereige­nen Quellen stam­men. Das kann wieder beschle­u­nigt weit­erge­hen, wenn in diesem Land die Vor­gaben der neuen EU-Richtlin­ie unge­set­zt wer­den, die Beschränkun­gen und Benachteili­gun­gen für die Bürgeren­ergie abbauen sollen. Wir warten auf poli­tis­chen Willen.  Aber die Arbeit­splätze? Die in der Kohlever­stro­mung freige­set­zten Per­son­ale wer­den (nach

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