Noch keine Sommerpause

Unisono erk­lären alle Ver­ant­wortlichen, dass sie den „Kohlekom­pro­miss“ 1:1 umset­zen wollen. Egal ob Bun­des- oder Lan­despoli­tik­er oder RWE-Vorständler. Was sie aber tun, ist was ganz anderes. Ini­tia­tiv­en der Bun­desumwelt­min­is­terin Sven­ja Schulze befind­en sich im Sper­rfeuer der Kri­tik­er aus der Union. Alt­maier ist unfähig die Struk­tur­wan­del- Mil­liar­den für den Kohleausstieg mit geset­zlichen Vor­gaben zum Kli­maschutz zu verknüpfen. Und RWE macht weit­er wie vor Jahrzehn­ten geplant. 

Jet­zt ste­ht die Weichen­stel­lung für die Grund­wasser­ab­senkung 2020 bis 2030 für den Tage­bau Ham­bach unmit­tel­bar bevor. Das Ober­bergamt in Arns­berg, hat die Umweltverträglichkeits-Prü­fung für den RWE Antrag zur „Sümp­fung“ von 450 Mio. cbm Grund­wass­er pro Jahr im kom­menden Jahrzehnt veröf­fentlicht.

Dieses Video aus der WDR- Lokalzeit vom 23.07. erk­lärt die Hin­ter­gründe.

Ein­sprüche kön­nen nur noch bis zum 6. Aug. 2019 ein­gere­icht wer­den. Und diese soll­ten nicht nur von den Umwel­tor­gan­i­sa­tio­nen son­dern von möglichst vie­len besorgten Bürg­ern kom­men. Lasst uns den Briefkas­ten, das Fax und die Mail­box der Genehmi­gungs­be­hörde fluten mit Schrift­stück­en, mit denen sie sich qua Amt beschäfti­gen müssen. Jede/r kann das tun!

Formulierungshilfe für unser gutes Recht

Ihr müsst euch nicht durch tausende Seit­en RWE- Doku­mente quälen. Diese gibt es Online HIER. Auf dieser offiziellen Web­seite des Bergamtes ste­hen auch die Reg­u­lar­ien für die Zustel­lung der Ein­wen­dun­gen (Post, Fax oder dig­i­tal sig­niertes Mail)

Drei Vorschläge helfen, eure per­sön­liche Stel­lung­nahme zu for­mulieren. Es sind dies alle­samt Auszüge von Ein­sprüchen aus der Zivilge­sellschaft und sind von den Autor*innen zur eige­nen Ver­wen­dung freigegeben. Sie haben unter­schiedliche Schw­er­punk­te und Textlän­gen. Von ein­er kurzen Klimapoli­tis­chen Stel­lung­nahme über eine aus­führliche Textsamm­lung bis hin zu ein­er fach­lich fundierten Detailkri­tik zur Gefährdung der Wasserver­sorgung im großen Einzugs­ge­bi­et der ver­stärk­ten Sümp­fungs­maß­nah­men (let­zteres mit Bild­ma­te­r­i­al, Down­load dauert etwas).

Nach den Wochen der Proteste gegen das Vor­rück­en der Bag­ger an den Wal­drand (zulet­zt kamen am So, 14.07. über 600 Men­schen zum Waldspazier­gang) ist jet­zt der Wider­stand an der Com­put­er-Schreib­mas­chine drin­gend notwendig. Schreibt mit eige­nen Worten und/oder wählt aus den obi­gen Ange­bote aus. Denn alles was aktenkundig wird, wird nie vergessen wer­den. Eure Enkel wer­den euch danken, dass ihr getan habt, was ihr kon­ntet.

Unser näch­stes The­ma: Gefährden die aktuellen Grabun­gen der RWE-Bag­ger, die derzeit über­all bis auf 50 m an die Wald­kante vor­rück­en, den Wasser­haushalt für die Bäume und das Land?
Ein Bild des Köl­ner Fotografen Her­bert Sauer­wein von Mai 2019, zeigt die Gefahr: Ein “Aus­bluten” der noch verbliebe­nen Grund­wasser­reser­voire an der frischen Schnit­tkante.

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5 Kommentare

  1. Wir bäu­men den Wald!
    Wow, was war das für ein gelun­gener Tag im Ham­bach­er Wald, zur Pflan­za­k­tion!
    Bin immer wieder gern dabei.
    Ob Bäume wohl auch auf Bag­gern wach­sen? 🙂

  2. Wir befind­en uns unzweifel­haft in ein­er Zeit des akut sicht­baren Kli­mawan­dels, der sich durch ungewöhn­lich lange Trock­en­pe­ri­o­den (2018 und 2019) bei gle­ichzeit­ig länger andauern­den hohen Hitzepe­ri­o­den in den let­zten Jahren sicht­bar macht. Dies hat zu einem hohen Nieder­schlags­de­fiz­it und sehr niedri­gen Boden­feuchtew­erten in 2018 und 2019 geführt (siehe Anlage), die bere­its in deut­lichen Schä­den in den Wäldern des Umfeldes (Abster­ben der Flach­wur­zler Fichte, Lärche und auch Buche) führt. Jede weit­ere Reduzierung des Wasser­darge­botes durch Erweiterung des Absenk­trichters und Absenken der GW-Lin­ien erhöht den Trock­en­stress in den Wäldern sowie in der Land­wirtschaft und ver­stärkt die das Abster­ben der drin­gend benötigten Großbäume.

  3. Som­mer­re­gen
    (Seele im Wider­stand)

    Nach ein­er Woche heißer Son­neng­lut,
    den Ikaros an eig’ner Haut erspürt,
    haben die Wolken uns her­beige­führt
    den lang ersehn­ten Som­mer­re­gen.
    Befre­it von Heli­um versenk­ter Höl­leng­lut,
    geperlt am Blatt, getropft auf Wegen
    entste­ht zur Stund ein neu erblüht­es Leben.
    (BB/19–07)

    HERMANN HESSE — Regen
    https://youtu.be/02KiE4dxMac

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