Kohleausstieg: Besser nicht im Zeitplan bleiben

Dieser Artikel unser­er Fre­undin Ani­ka Lim­bach ist erschienen im Fre­itag: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/besser-nicht-im-zeitplan-bleiben Für einen schnellen Kohleausstieg ist die Chance derzeit groß wie nie. Vere­it­eln aber kön­nte sie das Kohleausstiegs­ge­setz Ani­ka Lim­bach | Aus­gabe 25/2020 Umweltver­bände forderten vor zwei Jahren eine Hal­bierung der Kohlekraftwerke bis 2020, anders seien wed­er das Kli­maziel 2020 noch die Vor­gaben des Paris­er Kli­maabkom­mens einzuhal­ten. Dann ließen sie sich auf lang­wierige Ver­hand­lun­gen in der von der Bun­desregierung einge­set­zten Kohlekom­mis­sion ein und stimmten – „mit Bauch­schmerzen“ – let­z­tendlich einem Kom­pro­miss zu. Die Kom­mis­sion einigte sich auf einen Ausstieg aus der Kohlever­stro­mung bis spätestens 2038. Das Kli­maziel und die Umset­zung des Paris­er Abkom­mens schienen damit in weite Ferne zu rück­en. Zwei Jahre kön­nen eine lange Zeit sein, denn inzwis­chen muss man sich nicht nur aus klimapoli­tis­chen, son­dern auch aus wirtschaftlichen Grün­den fra­gen, ob das Gesetz zum Kohleausstieg, das die Bun­desregierung vor der Som­mer­pause im Bun­destag ver­ab­schieden lassen will, eigentlich noch auf der Höhe der Zeit ist. Mit­ten im Jahr 2020 deutet alles darauf hin, dass das Kli­maziel sog­ar übertrof­fen wer­den kön­nte. Um 40 Prozent sollte der deutsche CO₂-Ausstoß bis 2020 im Ver­gle­ich zu 1990 ver­ringert wer­den. Gut 13 Jahre ist es her, dass dieses Ziel von der dama­li­gen schwarz-roten Bun­desregierung aus­gegeben wurde. Man wollte damit auf der Weltk­li­makon­ferenz in Bali, bei der die Weichen für die Zeit nach dem Aus­laufen des Kyoto-Pro­­tokolls gestellt wur­den, glänzen. In den ersten drei Monat­en des Jahres 2020 ist der Ökostro­man­teil hierzu­lande nach vor­läu­fi­gen Berech­nun­gen des Sta­tis­tis­chen Bun­de­samts auf über 50 Prozent gestiegen. Es ist das erste Mal, dass in Deutsch­land in einem Quar­tal ins­ge­samt mehr Strom aus erneuer­baren Energien erzeugt wurde als aus Energi­eträgern wie Kohle, Gas oder Atom­kraft. Die Pro­duk­tion von Kohle­strom ist im Ver­gle­ich zu 2018 in Deutsch­land um mehr als die Hälfte einge­brochen, eine Entwick­lung, die bere­its 2019 begann. In diesem Mai standen sieben von 15 RWE-Braunkohle­meil­ern vorüberge­hend still, und die restlichen hat­ten eine durch­schnit­tliche Aus­las­tung von nicht ein­mal 37 Prozent. Nicht mehr rentabel Dass Kohle zuse­hends aus dem Markt gedrängt wird, ist allerd­ings nicht der deutschen Klimapoli­tik zu ver­danken, son­dern beruht im Wesentlichen auf einem höheren CO₂-Preis in Kom­bi­na­tion mit einem sink­enden Börsen­strompreis. Mit dem Verk­nap­pen der Emis­sion­sz­er­ti­fikate durch die EU kostete es Ende August 2018 erst­ma­lig über 20 Euro, die Atmo­sphäre mit ein­er Tonne CO₂ zu belas­ten. Damals unterblieb jedoch die lenk­ende Wirkung für den Kohle­strom, denn zur gle­ichen Zeit stieg auch der Börsen­strompreis. Dessen Tal­fahrt begann erst im vorigen Jahr, weil in Europa zunehmend Strom aus erneuer­baren Energien und Gas auf den Markt drängten. Seit April liegt der Strompreis im Schnitt sog­ar unter­halb des CO₂-Preis­es. Große Konz­erne wie RWE haben sich allerd­ings Jahre im Voraus mit CO₂-Zer­­fikat­en eingedeckt und verkaufen ihren Kohle­strom nicht an der Börse, son­dern direkt an Großkun­den, mit denen sie lange vorher gute Fest­preise aus­ge­han­delt haben. In der derzeit­i­gen Sit­u­a­tion max­imieren sie ihren Gewinn, indem sie ihre Kohle­meil­er herun­ter­fahren und sich den Strom zu Dump­ing­preisen an der Börse einkaufen. Der sink­ende Stromver­brauch im Zuge der Coro­­na-Krise hat einen ver­stärk­enden Effekt, aber man sollte ihn nicht

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Der Wald in der Wüste?

Im let­zten Jahr um diese Zeit haben wir unter der Parole “Keinen Meter weit­er!” gegen die immer weit­er an den Wald her­an­rück­ende Tage­baukante Alarm geschla­gen. Im Jan­u­ar äußerte der RWE Chef Schmidt gegenüber der Presse seine irrwitzi­gen Pläne, rings um den Wald weit­er zu bag­gern und ihn zur Insel in ein­er ver­wüsteten Land­schaft zu machen. Nach hefti­gen Protesten — auch des Merzenich­er Bürg­er­meis­ters — machte der Konz­ern einen Rückzieher und rück­te ab von seinem Vorhaben auch Morschenich von der Land­karte ver­schwinden zu lassen. Inten­sive Recherchen der Ini­tia­tive Buir­er für Buir e.V. bracht­en jet­zt die ins­ge­heim weit­er­ver­fol­gten Pläne ans Licht: Kom­plettes Weg­bag­gern von Man­heim im Osten des Waldes. Mit der Per­spek­tive ein­er „Man­heimer Bucht“ im Tage­bausee – in vielle­icht 120 Jahren oder nie. Über einen Großteil der Süd­flanke des Waldes: Eine drastis­che Erweiterung der RSB- Kies­gruben. Die Rheinis­chen Baustof­fw­erke (RSB, eine 100%ige Tochter von RWE !) betreibt seit Jahren die größte Kies­grube auf dem RWE- Gelände. Auch hier­für wer­den Land­schaft zer­stört, Wald abge­holzt, Mut­ter­bo­den ent­fer­nt und Wasser­reser­voire angeschnit­ten. Und das direkt am und im Wald. Die derzeit genehmigte Fläche zur Abgrabung in der “Buir­er Hei­de” (gelb umran­det im Bild) beträgt schon 1,2 km². Der noch verbliebene Rest­wald ist ger­ade­mal dop­pelt so groß (2,3 km²). Aktuell dro­ht schon für den Juli eine Erweiterung der Grube Rich­tung Osten. Nähere Infos in dem Flug­blatt, das in den Buir­er Haushal­ten verteilt wurde, weil am Di, 12. Mai eine Ratssitzung der Stadt Ker­pen stat­tfind­et, bei der über dieses The­ma disku­tiert wer­den soll. Aber der Lan­draub soll noch viel weit­erge­hen, wie die Recherche der Buir­er Ini­tia­tive zeigt. Hier run­ter­laden. Wenn das nicht poli­tisch gestoppt wird, dann wird in den kom­menden Jahrzehn­ten der Wald eingeschlossen von totem Gelände, weit größer ist als seine eigene Rest­fläche. Per­fider Wahnsinn von der Marke RWE! Hal­tet die Augen offen. Schon bald will die Lan­desregierung die neue Leit­entschei­dung zur Rheinis­chen Braunkohle auf den Weg brin­gen. Dies­mal ist immer­hin geplant, dass die Mei­n­ung der Bürg­er gehört wer­den soll. Wir melden uns, wenn es konkret wird. Mah­nwache der 3 Rosen an der Kies­grube Heute am Mut­tertag 2020 war eigentlich das 6‑jährige Jubiläum der Waldspaziergänge von Eva Töller und Michael Zobel. Da gemein­sames Spazierenge­hen wg. Coro­na nicht möglich war, wur­den stattdessen 6 Mah­n­machen beantragt und max­i­mal 180 Teil­nehmer genehmigt. Wir 3 Rosen hat­ten die Mah­nwache an der besagten Kies­grube über­nom­men. Unser Faz­it: Es wird noch dauern, bis es gelun­gen ist, diese Form der Umweltzer­störung auch unter den vie­len Unter­stützern des Wider­standes im Ham­bi präsent wer­den zu lassen. Vielle­icht sollte der näch­ste Waldspazier­gang, der 74ste am So, 7. Juni 2020, am Werk­stor in der Buir­er Hei­de begin­nen. Wir waren an unserem Ort dies­mal meist Verteil­sta­tion, um den Men­schen den Weg zu erk­lären wie sie zu den anderen fünf Mah­nwachen in Man­heim und Morschenich kom­men. Aber trotz­dem ist es uns gelun­gen, am Ende im Regen mit ein paar stand­festen Besuch­ern unser Arbeit­sergeb­nis zu fotografieren (s.u.): Alle Beteiligten waren sich einig: Die Zeit ist vor­bei, dass RWE weit­er Fak­ten schaf­fen kann und kein­er bekommt das mit. Die Ret­tung des

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2020: Start in eine entscheidende Dekade

Für einen schwungvollen Start im neuen Jahr kom­men ein paar gute Nachricht­en ger­ade recht: Atom­en­ergie In den let­zten Tagen des alten Jahres haben nicht nur die Schweiz und Schwe­den alte AKW abgeschal­tet son­dern auch Phillips­burg, eines der störan­fäl­lig­sten in Deutsch­land, ist am Sil­vester­abend endlich still­gelegt wor­den. Auch unsere Fre­unde im südlichen Dreilän­dereck dür­fen sich freuen: In Fes­sen­heim am Ober­rhein wer­den nun im Feb­ru­ar und Juni 2020 nach 42 Jahren die ältesten franzö­sis­chen AKW defin­i­tiv abgeschal­tet. Und glob­al? Allen Falschmel­dun­gen zum Trotz geht es weltweit bergab mit der Atom­kraft. In den let­zten 10 Jahren gin­gen 18 AKW mehr vom Netz als neue in Betrieb genom­men wur­den und der Atom­stro­man­teil an der weltweit­en Stromerzeu­gung ist um 27% gesunken (s. Grafik). Zur gesamten Energiev­er­sorgung der Welt liefern die Atom­meil­er ger­ade mal einen Beitrag von 2%. Alleine diese Zahl zeigt, dass auf diesem Irrweg nie und nim­mer ein nen­nenswert­er Beitrag zur Kli­maret­tung möglich ist. Ein Tipp: Um in Sachen Atom auf dem Laufend­en zu bleiben, lohnt es, den immer gut recher­chierten Blog von .aus­ges­trahlt zu abon­nieren. Dort find­et man auch alles, was man als Kli­maschützer über den abge­blichen Nutzen von ange­blich neuen AKW- Konzepten wis­sen muss, um in Diskus­sio­nen nicht dumm dazuste­hen. https://www.ausgestrahlt.de/blog/  Das Kli­ma Die näch­ste Dekade wird eine entschei­dende wer­den (müssen), wenn die Men­schheit noch einen Chance haben soll, die glob­ale Erwär­mung zu stop­pen. In dieser drän­gen­den Frage kann vielle­icht eines Tages das ver­gan­gene Jahr als der poli­tis­che Wen­depunkt in den Geschichts­büch­ern ver­merkt wer­den. Nicht die Wende der Poli­tik­er – son­dern für das Entste­hen ein­er wel­tumspan­nen­den Basis­be­we­gung für Klim­agerechtigkeit. Wo es bei uns hinge­hen kann (und muss), sagt die Strom­sta­tis­tik 2019: Die Erneuer­baren haben im let­zten Jahr 46% des Stroms erzeugt. Jedes Jahr ein neuer Reko­rd. Zum ersten Mal ist die Winden­ergie die Num­mer 1 der deutschen Stromerzeu­gung – und hat die Braunkohle hin­ter sich gelassen. Die jüng­sten Proteste gegen die aktuellen Genehmi­gung­sprob­leme dieser EE-Branche haben zumin­d­est dazu geführt , dass die unsägliche Abstand­sregel aus dem Klima­paket gestrichen wur­den. Am Bürger­willen liegt der fak­tis­che Baustopp mit Sicher­heit nicht. Die jüng­ste repräsen­ta­tive Umfrage spricht eine klare Sprache (s. Ein­gangs­grafik). Unge­brochen ist auch der Wech­sel­wille beim per­sön­lichen Stro­man­bi­eter. Aber lei­der gehen viele Wohlmeinende der blu­mi­gen Wer­bung von kon­ven­tionellen Erzeugern wie RWE, e.on und ihren Tochterge­sellschaften auf den Leim. Da hil­ft der neue Ökostrom­re­port 2020 von Robin Wood, dessen gewaltige Recherc­hear­beit auch die 3 Rosen mit ein­er Spende unter­stützt hat: https://www.robinwood.de/oekostromreport Das gute Leben Die „Mor­gen­zeitung“, eine vier­seit­ige Beilage des Vere­ins FairBindung e.V. in der taz Ende Novem­ber, hat­te einen Rück­blick auf die kom­mende Dekade aus der Zukun­ft — dem Jahr 2029 — gewagt. Ein Kalei­doskop der großar­ti­gen Chan­cen und der bleiben­den gesellschaftlichen Wider­sprüche eines Deutsch­lands, das kurz davorste­ht, sein Kli­maziel 2030 tat­säch­lich zu erre­ichen. Der Link zum Nach­le­sen: Wie dem auch sein wird. Wir, jed­er einzelne von uns hat es sel­ber in der Hand, die Alten wie die Jun­gen, welche Visio­nen und Szenar­ien Wirk­lichkeit wer­den. Die 3 Rosen für 2020 wün­schen euch ein gutes Händ­chen im pri­vat­en und poli­tis­chen Leben. Am besten Hand in

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Bleibt heiter — der Widerstand geht weiter

Der Aach­en­er Wei­h­nachts­markt war im let­zten Jahr und ist Schnee von gestern. Aber eine kreative Aktion von Kohlegeg­n­ern vorm Dom am Mün­ster­platz, die nur wenige sehen kon­nten, muss der Nach­welt erhal­ten bleiben. Deshalb doku­men­tieren wir hier was geschah, als der Bischof die Entwid­mung des Domes verkün­dete, weil unter ihm wertvolle Braunkohle gefun­den wurde. Die satirische  Entwid­mungserk­lärung lohnt sich nachzule­sen, eben­so der Text der umgedichteten “Urbs Aque­n­sis” = Uuups Aque­n­sis.  Ja, auch die Ver­legung der Gebeine von Kaiser Karl wur­den im Video fest­ge­hal­ten:  Video der Aktion Klickt auf die Links und ihr werdet wis­sen, dass Wider­stand gegen die gefräßi­gen RWE- Bag­ger auch die sarkastis­che Vari­ante des rheinis­chen Humors braucht.

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Klimastreik — mal anders…

Am Fre­itag, 29.11. war der Kli­mas­treik in Aachen nicht der größte (war auch nicht zu erwarten bei adventlichen Tem­per­a­turen) aber es war sich­er der kreativste und für alle, die dabei sein kon­nten, ein ganz beson­deres Erleb­nis. Über sechs Stun­den war auf dem Platz vor dem Elisen­brun­nen ein buntes Treiben zwis­chen den Stän­den von Green­peace, Nabu, Sci­en­tist, Par­ents, Artists … alle for future. Mit bewe­gen­den Reden, fet­ziger Musik, aber auch Pausen zum Miteinan­der­sprechen.

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Die Fridays und Greta

Am glob­alen Streik­tag let­zten Fre­itag waren es in Aachen 8.000 Men­schen von ganz jung bis Ur-Opa/O­­ma von Schüler bis Unternehmer und ihre Mitar­beit­er. Ein beson­deres High­light waren die Artists for Future, die als Poli­tik­er in den Brun­nen am Euro­platz stiegen, und auch noch, als ihnen das Wass­er bis zur Hüfte und zum Halse stand, mit beschwichti­gen­den und belehren­den Gesten und Mimik ihre Rat­losigkeit demon­stri­eren. https://youtu.be/-bO3ngJ8y_o In der Tat ist das Klima­paket der Bun­desregierung alles andere als der „große Wurf“, den man zu Recht beim UN Gipfel zur Lobpreisung hätte präsen­tieren kön­nen. Wenn man weit wer­fen will, muss man trainieren. Wer aber sein Train­ingsziel (2020) abse­hbar weit ver­fehlt, der sollte vielle­icht den Train­er wech­seln oder aus eigen­er Ein­sicht ganz neue Stim­u­lantien anwen­den. Na gut, Sven­ja Schulze hat sich abgemüht, Kon­trollmech­a­nis­men einzubauen. Auch war es nicht mehr möglich die CO2 ‑Bepreisung aus dem Paket rauszuhal­ten, nach­dem sog­ar 70% von CDU und SPD Wäh­lern das forderten. Aber die Lächer­lichkeit von 10 €/to kann jed­er für seinen Heizen­ergie Ver­brauch auf einem Bierdeck­el aus­rech­nen. Wie? Schauen Sie auf Ihre let­zte Rech­nung vom Liefer­an­ten für Gas, Öl oder Strom. Dort ste­hen ihre Fak­ten. Wenn Sie z.B. als Durch­schnitts­fam­i­lie zwei bis drei tausend kg CO2 pro Jahr für Heizung und Warmwass­er emit­tieren, dann belastet Sie die neue Steuer jährlich mit ganzen 30 €. Ist das ein dringlich­es Motiv Energies­par­maß­nah­men am Haus in Erwä­gung zu ziehen? Kann unser Finanzmin­is­ter nicht rech­nen? Oder war kein Bierdeck­el zur Hand? An Gre­ta schei­den sich die Geis­ter Gre­ta Thun­bergs Segeltörn über den atlantis­chen Ozean und ihre Auftritte in den USA und auf der UN- Kli­makon­ferenz sor­gen nicht nur bei Poli­tik­ern zu Abwehrreak­tio­nen. Auch in der Presse beeilen sich manche Kom­men­ta­toren ihr wahres Gesicht zu zeigen. Ein Beispiel von vie­len ist Clau­dia Scholz, die als Redak­teurin im Stuttgarter Presse­haus in der let­zten Woch­enen­daus­gabe groß aufgemacht das Con­­tra-Gre­­ta lieferte. Sie unter­stellt der Aktivistin eine “antifrei­heitliche Hal­tung”. Wen sie, Frau Scholz, vor Unfrei­heit schützen will, sagt sie gle­ich danach: “Alle, die unab­hängig sein wollen von Bus und Bahn, die dor­thin fliegen wollen, wo sie aus Spaß oder Beruf­s­grün­den hin­müssen, die essen wollen, was sie wollen”.Aus Spaß irgend­wohin fliegen müssen —  eine großar­tige Beschrei­bung der Zwang­haftigkeit der Spaßge­sellschaft. Und noch einen oben drauf: “Die Wis­senschafts­gläu­bigkeit der Schü­lerin ist fatal.” Der Autor Peter Siller, der Frau Köh­lers Con­tra Gre­ta State­ment in der Stuttgarter Online Wochen­zeitung Kon­text bis­sig kom­men­tierte, bemerkt dazu: „Der Kli­mawan­del: fake news? Das kan­nte ich bis­lang nur von einem Präsi­den­ten (weit­er weg) und ein­er Partei (ganz nah).“ Nach­le­sen lohnt sich unter. Der Kampf geht weit­er – bleibt alle heit­er Noch ist das Klima­paket nicht durch Bun­destag und Bun­desrat. Die Entwürfe der daraus fol­gen­den Geset­ze und Verord­nun­gen sind noch nicht geschrieben. Deshalb rufen die Umwel­tor­gan­i­sa­tio­nen gemein­sam zu Nachbesserun­gen auf. Zur Unter­stützung unter­schreiben kann man z.B. Hier Wir soll­ten von diesem „busi­ness as usu­al“ nicht zu viel erwarten. Wir müssen uns darauf  ein­richt­en, einen lan­gen Atem zu haben. Die jun­gen Leute wer­den auch das vor­ma­chen und die Alten mitreißen. Seid dabei. Es ist eine his­torische Chance. Nehmen

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Noch keine Sommerpause

Unisono erk­lären alle Ver­ant­wortlichen, dass sie den „Kohlekom­pro­miss“ 1:1 umset­zen wollen. Egal ob Bun­des- oder Lan­despoli­tik­er oder RWE-Vorständler. Was sie aber tun, ist was ganz anderes. Ini­tia­tiv­en der Bun­desumwelt­min­is­terin Sven­ja Schulze befind­en sich im Sper­rfeuer der Kri­tik­er aus der Union. Alt­maier ist unfähig die Struk­­tur­wan­del- Mil­liar­den für den Kohleausstieg mit geset­zlichen Vor­gaben zum Kli­maschutz zu verknüpfen. Und RWE macht weit­er wie vor Jahrzehn­ten geplant.  Jet­zt ste­ht die Weichen­stel­lung für die Grund­wasser­ab­senkung 2020 bis 2030 für den Tage­bau Ham­bach unmit­tel­bar bevor. Das Ober­bergamt in Arns­berg, hat die Umweltverträglichkeits-Prü­­fung für den RWE Antrag zur „Sümp­fung“ von 450 Mio. cbm Grund­wass­er pro Jahr im kom­menden Jahrzehnt veröf­fentlicht. Dieses Video aus der WDR- Lokalzeit vom 23.07. erk­lärt die Hin­ter­gründe. Ein­sprüche kön­nen nur noch bis zum 6. Aug. 2019 ein­gere­icht wer­den. Und diese soll­ten nicht nur von den Umwel­tor­gan­i­sa­tio­nen son­dern von möglichst vie­len besorgten Bürg­ern kom­men. Lasst uns den Briefkas­ten, das Fax und die Mail­box der Genehmi­gungs­be­hörde fluten mit Schrift­stück­en, mit denen sie sich qua Amt beschäfti­gen müssen. Jede/r kann das tun! For­mulierung­shil­fe für unser gutes Recht Ihr müsst euch nicht durch tausende Seit­en RWE- Doku­mente quälen. Diese gibt es Online HIER. Auf dieser offiziellen Web­seite des Bergamtes ste­hen auch die Reg­u­lar­ien für die Zustel­lung der Ein­wen­dun­gen (Post, Fax oder dig­i­tal sig­niertes Mail) Drei Vorschläge helfen, eure per­sön­liche Stel­lung­nahme zu for­mulieren. Es sind dies alle­samt Auszüge von Ein­sprüchen aus der Zivilge­sellschaft und sind von den Autor*innen zur eige­nen Ver­wen­dung freigegeben. Sie haben unter­schiedliche Schw­er­punk­te und Textlän­gen. Von ein­er kurzen Klimapoli­tis­chen Stel­lung­nahme über eine aus­führliche Textsamm­lung bis hin zu ein­er fach­lich fundierten Detailkri­tik zur Gefährdung der Wasserver­sorgung im großen Einzugs­ge­bi­et der ver­stärk­ten Sümp­fungs­maß­nah­men (let­zteres mit Bild­ma­te­r­i­al, Down­load dauert etwas). Nach den Wochen der Proteste gegen das Vor­rück­en der Bag­ger an den Wal­drand (zulet­zt kamen am So, 14.07. über 600 Men­schen zum Waldspazier­gang) ist jet­zt der Wider­stand an der Com­put­er-Schreib­­mas­­chine drin­gend notwendig. Schreibt mit eige­nen Worten und/oder wählt aus den obi­gen Ange­bote aus. Denn alles was aktenkundig wird, wird nie vergessen wer­den. Eure Enkel wer­den euch danken, dass ihr getan habt, was ihr kon­ntet. Unser näch­stes The­ma: Gefährden die aktuellen Grabun­gen der RWE-Bag­ger, die derzeit über­all bis auf 50 m an die Wald­kante vor­rück­en, den Wasser­haushalt für die Bäume und das Land? Ein Bild des Köl­ner Fotografen Her­bert Sauer­wein von Mai 2019, zeigt die Gefahr: Ein “Aus­bluten” der noch verbliebe­nen Grund­wasser­reser­voire an der frischen Schnit­tkante.

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Bäume können sich nicht aufbäumen…

… der Men­sch sehr wohl. Das las ich let­zthin in einem eher lyrischen Text über das Ver­hält­nis Men­sch und Baum. Und es passt genau auf das, was wir tun müssen, um weit­ere Opfer zu ver­hin­dern. Beim näch­sten Ham­bach­er Waldspazier­gang, So 14.07.2019, wer­den wir uns an der Rodungskante ver­sam­meln, die mit­tler­weile nur noch 50 m von der Tage­baukante ent­fer­nt ist, und den Opfern des RWE Lan­draubs gedenken. Hier an der Stelle, wo der Bag­ger vor unseren Augen am let­zten Son­ntag bei der spon­ta­nen ROTEN LINIE arbeit­ete, liegen ein dutzend Hain­buchen — ehe­mals kräftige junge Bäume (“jung” heißt im Baum­leben einige Jahrzehnte alt sein). Sie waren der irRWEgi­gen, neuen Her­aus­forderung auf ein­mal Wal­drand zu sein, nicht gewach­sen. Dort wird ein beson­der­er Teil des Waldspazier­gangs am 14.07. in einem trau­ri­gen, aber kraftvollen Auf­bäu­men der Men­schen enden, die sich dort nieder­lassen. Das Wald­stück, zu dem dies­mal der Waldspazier­gang führt, ist ein leben­des Denkmal des erfol­gre­ichen Wider­standes des let­zten Jahre. Dieser Teil des Blatzheimer Bürge­waldes wurde gerettet durch den ersten gerichtlich ver­fügten Rodungsstopp in der beginnnen­den Rodun­gungs­sai­son 2017. Jet­zt dro­ht diesem einzi­gen Rest­wald nördlich der alten A4 (=ROTE LINIE von 2016) der Garaus dadurch, dass die Tage­baukante immer näher rückt. Das Ein­gangs­bild zu diesem Blog zeigt was nach den neusten Luft­bil­dauf­nah­men und unseren Satel­liten-Recherchen sich abze­ich­nte: Vom 4. bis 6. Juli wurde der west­liche Teil der Förder­band­strecke ver­schwenkt, so dass sie an ihrem End­punkt um etwa 100m vorg­erückt ist, anschauen HIER. Dies erlaubt die Ver­längerung des Föder­ban­des im Osten, so dass über die ganze Bre­ite des Waldes das Tage­bauloch weit­er vor­rück­en kann. An diesem Wal­drand an der noröstlichen Ecke des Ham­bi wollen wir am Son­ntag die Alarm­stufe in ROT leucht­en lassen, in ein­er Pick­et­line auf dem Wall im Gänse­marsch vor­beiziehen und uns schützend vor die Bäume stellen und set­zen. Start: So, 14.Juli, 12.00 h in Man­heim an der Kirche. Michael Zobel zeigt uns auf dem Weg zur alten A4 die grauen­hafte Dor­fz­er­störung und führt uns dann zur BUND Wiese mit dem Ham­bach Mah­n­mal (Gelbes X, dort kann auch starten, wer erst später dazus­toßen kann. Zufahrt frei, Park­plätze vorhan­den). Dort sind wir schon in Sichtweite des Platzes, der im Zen­trum des Spazier­gangs ste­ht. Wir erfahren, was das Bag­gern bis in die Nähe der Wurzeln für den Wasserver­sorgung der Bäume bedeuten kann und vieles mehr vom “Wald­meis­ter” und seinen Mit­stre­it­ern. Weit­ere Infos von ihm HIER. Macht euch auf den Weg, um vor den Som­mer­fe­rien noch mal ein deut­lich zu sagen: Stoppt den Bag­ger! KEINEN METER WEITER! Alarm­stufe ROT … für den Wald … für die Dör­fer … für den Kohlekom­pro­miss

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Schluss jetzt! Stoppt den Bagger!

Es kam wie es kom­men musste. Der RWE-Konz­ern macht in Ham­bach alles, was tech­nisch möglich ist und ihm nicht ver­boten wird. Am Son­ntag sahen wir bei der spon­ta­nen roten Lin­ie dem gigan­tis­chen Land­fress­er aus näch­ster Nähe bei seinem Zer­störungswerk zu. Bis auf nur noch 50 Meter ist die Tage­baukante an der nordöstlichen Ecke an den Wald herangerückt. Über die Presse ließ RWE ver­laut­en, dass ihnen das von der Auf­sichts­be­hörde, der Bezirk­sregierung Arns­berg, genehmigt wurde. Nach­forschun­gen des BUND NRW ergaben, dass dies auf Basis eines Gutacht­ens der Geol­o­gis­chen Dien­stes des Lan­des geschieht, das ange­blich diesen Min­i­mal­ab­stand für den Wald als unschädlich ansieht. Dirk Jansen: “Auf unsere Anfrage hin wur­den uns bis­lang wed­er das GD-Gutacht­en, noch die ange­forderten RWE-Pla­­nun­ter­la­­gen über­sandt. Die BezReg wollte uns in der Ver­gan­gen­heit trotz aller Nach­fra­gen nie Abstand­sangaben über­mit­telt. Dass wir das nun über die Medi­en erfahren, spricht für sich.” Für diesen Blick in den Schlund des Schaufel­rades mit 20 m Durchmess­er brauchte man Son­ntag kein Superteleob­jek­tiv. Die Staub­wolken zeigen die Trock­enkeit der ober­sten Schicht, die vor der Rodung mal frucht­bar­er Wald­bo­den war. Blick von West­en nach dem Ende der Aktion. In der Mitte: Ein leben­des Denkmal — ein junger Hain­buchen­trieb — gewach­sen nach der Rodung 2017. Keinen Meter weit­er! Wir müssen dran bleiben. Der Bag­ger ist mit­tler­weile am Ende der beste­hen­den Förder­band­strecke angekom­men. Was ist jet­zt geplant? So wie wir den Konz­ern ken­nen­gel­ernt haben, wird er weit­er Fak­ten schaf­fen wollen. Noch haben die Bäume des Wald­stücks nördlich der alten A4 über den größten Teil sein­er Länge einen Abstand 200 bis 300 m vom großen Loch. In diesem Vor­feld gibt es noch guten Boden und eine große Fläche die Nieder­schläge aufnehmen und spe­ich­ern kann. Hier kön­nte wieder Wald wach­sen, wenn der “Wun­sch” der Kohlekom­mis­sion umge­set­zt wird. Unser “Bäum­chen des Jahres” braucht wieder Lebe­we­sen um sich, die seines­gle­ichen sind. Wird man als näch­stes die Förder­bän­der weit­er vor­rück­en? Tech­nisch ist das möglich und die Erdober­fläche in dem dann zugänglichen Bere­ich ist bere­its von den hin­der­lichen Baumwurzeln befre­it wor­den, wie die Videos zeigen. Mit der Freiga­be durch ein willfähriges Ober­bergamt kann dies in Kürze in Angriff genom­men wer­den. Wir wer­den weit­er­hin das Geschehen mit Satel­lite­nauf­nah­men beobacht­en. Ver­hin­dern kann die Kli­maschutzbe­we­gung das nur, wenn Öffentlichkeit über das reale Treiben von RWE hergestellt wird. Viele Men­schen müssen das Infer­no mit eige­nen Augen sehen und die Botschaft hin­aus­tra­gen über, was dort geschieht. Die näch­ste Gele­gen­heit dazu ist der 63. Waldspazier­gang mit Michael Zobel und Eva Töller am So, 14. Juli, der dies­mal in Man­heim starten wird. Dort ist die auch andere häßliche Seite der­sel­ben Medaille zu sehen — die rapi­de fortschre­i­t­ende Zer­störung eines Dor­fes.Bitte unbe­d­ingt vormerken und weit­er­sagen! Es wer­den viele gebraucht, um laut und deut­lich vor Ort zu sagen: “Keinen Meter weit­er”.

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Keinen Meter weiter! Rote Linie am So, 30.06.

Seit Wochen haben wir aus dem Orbit das Treiben der RWE Bag­ger in Ham­bach beobachtet. In der let­zten Woche war uns klar, dass die Annäherung an die Wald­kante sich drama­tisch zus­pitzen wird. Am Do, 27.06., hat­ten wir zu einem Pres­seter­min vor Ort ein­ge­laden. Noch am Mor­gen des Tages hät­ten wir nur wenige Meter vom Gigan­ten der Zer­störung ges­tanden. Aber als um 18.00 h mit uns rund 60 Men­schen vor Ort waren, hat­te sich der Bag­ger ein paar hun­dert ent­fer­nt in den Hin­ter­grund ver­zo­gen. Hat­te RWE Angst vor der Öffentlichkeit, vor unbe­que­men Nahauf­nah­men vom Lan­draub an der Wald­kante? Nun ja, der Bag­ger­fahrer und seine Mas­chine hat­ten ihre Arbeit getan. Sie waren bis an Ende der aktuellen Förder­band­strecke gegan­gen — genau dortin, wo wir es erwartet hat­ten. Die wach­same Secu­ri­ty und die im Wald bere­it­ste­hen­den Polizeikräfte ver­hin­derten, dass die Kam­eras in eine Posi­tion gebracht wer­den kon­nten, um das Loch und seinen Verur­sach­er auf einem Bild zu doku­men­tieren waren. Nur dieses unscharfe Bild aus der WDR Lokalzeit vom 27.06., um die Mit­tagszeit aufgenom­men, zeigt, was wir gerne auch doku­men­tiert hät­ten. Was blieb war ein Blick vom Wall am Wal­drand in das Loch. Die Protest­gänse auf dem Marsch über den Wall am Saum des Waldes. Lei­der kon­nten wir nicht fliegen. Am Ende hat der Gut-zu-Fuß-Trupp von FFF, PFF & OFF das Nach­laufen mit dem Bag­ger gewon­nen — und ihn bei den Restar­beit­en hin­ter der Schranke des Betrieb­s­gelän­des gestellt. … es geht weit­er: spon­tane Rote Lin­ie, am So, 30.06. Aktive aus der Klim­agerechtigkeits-Bewe­­gung haben kurzfristig die Ini­tia­tive ergrif­f­en und starten um 12.00 h am Kieswerk Col­las zur Wan­derung durch den (kühlen) Wald. Ziel ist der Bere­ich, in dem sich das Dra­ma der let­zten Tage abspielte. Auf dem Wall vor den bedro­ht­en Bäu­men wird dann ca. ab 13.00 h die rote Lin­ie aufge­baut. Ein ander­er Schweif wird sich von der östlichen Wald­kante näh­ern. Tre­ff­punkt: 12.30 h an der BUND Wiese hin­ter Man­heim. Dort erwarten euch das 3Rosen Team & Friends und gewähren sofort einen Blick in das große Loch im Boden. Beson­ders attrak­tiv für alle Fotografen und Kam­eraleute. Mobil­isiert alle, die ihr erre­ichen kön­nt, damit klar wird, dass Rote Lin­ien auch im Eil­tem­po ein­drucksvoll wer­den kön­nen. Hier noch unsere Pres­se­in­for­ma­tion vom Don­ner­stag mit aus­gewählten und kom­men­tierten Luft­bildern dazu (hil­ft auch zu Ori­en­tierung im Gelände): https://3rosen.eu/wp-content/uploads/2019/06/Presseinfo-27.06_korr‑1.pdf … und der großar­tige Artikel von Bernd Mül­len­der in der taz … und die aktuelle Stel­lung­nahme des BUND, die Dirk Jansen am Don­ner­stag vor Ort der Presse erläutere. … und die Satel­liten­bilder, die im Zeitraf­fer zeigen, wie im Laufe des Juni der Bag­ger marschiert ist und ein Video vom Drohnen­flug vom 25.06. … und ganz frisch ein Satel­liten­bild von heute mor­gen gegen 10 Uhr, das zeigt, dass der Bag­ger wieder an der Waldecke gräbt und noch ca. 30 m weit­er vor­rrück­en und sich dabei weit­er dem Wald näh­ern kann. Ob er mor­gen Mit­tag noch dort zu find­en ist???

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