Fr, 20.09.2019. Ein Friday for Future für alle

Habt ihr einen Moment Zeit für die Wochenplanung? Ist alles schon verplant! Und der Freitag? Geht nicht! Ich muss arbeiten. Mein Chef gibt mir nicht frei, um mit den „Schuleschwänzern“ zu demonstrieren. Moment mal. Hast du Kinder? Wie wär’s mit einem Urlaubstag als persönliches Opfer für die Zukunft, derer, die nach uns noch auf Planet A leben wollen? Ein Ja! dazu wird euch reich belohnen. Mit einem Erlebnis, von dem ihr noch euren Enkeln erzählen könnt: Ich war dabei! Am Freitag, dem 20. Sep. 2019, dem globalen Klimastreiktag. Rezo, der mit den blauen Haaren, hat unsere Politiker vor der Europawahl in Erklärungsnöte gebracht. Jetzt ist es die „Mai“, eine grandiose youtuberin, die uns die Leviten liest. Aber das fordert beim Surfen eine knappe ½ Stunde Zeit zum Aufpassen. Nehmt euch die Zeit – und zwar jetzt – eine halbe Million Menschen haben das schon vor euch geschafft.  Hier der Link:  https://www.youtube.com/watch?v=4K2Pm82lBi8 Wer lieber den Scientist for Future zuhören mag, kann deren aktuelles Video hier anschauen. Dauert nicht ganz so lang. Klimastreik in Aachen Ab 10.00 h versammeln wir uns am Elisenbrunnen. Irgendwann, wenn der Platz die Menschenmassen nicht mehr fasst, geht es über die Peterstraße, Blücher- und Europaplatz zur Abschlusskundgebung und zum Feiern aller Generationen im Kennedypark. Das Wetter wird schön spätsommerlich sein. Wer kann da noch im Büro, der Firma, der Uni oder Schule bleiben und über seine Ausreden grübeln? Wir brauchen keinen europaweiten Streiktag wie am 21. Juni, um mit Tausenden in Aachen zu zeigen, was Jung und Alt von der Politik und sich selber fordern! Kommt zuhauf, wünscht das 3 Rosen Team.

Weiterlesen

Schluss jetzt! Stoppt den Bagger!

Es kam wie es kommen musste. Der RWE-Konzern macht in Hambach alles, was technisch möglich ist und ihm nicht verboten wird. Am Sonntag sahen wir bei der spontanen roten Linie dem gigantischen Landfresser aus nächster Nähe bei seinem Zerstörungswerk zu. Bis auf nur noch 50 Meter ist die Tagebaukante an der nordöstlichen Ecke an den Wald herangerückt. Über die Presse ließ RWE verlauten, dass ihnen das von der Aufsichtsbehörde, der Bezirksregierung Arnsberg, genehmigt wurde. Nachforschungen des BUND NRW ergaben, dass dies auf Basis eines Gutachtens der Geologischen Dienstes des Landes geschieht, das angeblich diesen Minimalabstand für den Wald als unschädlich ansieht. Dirk Jansen: „Auf unsere Anfrage hin wurden uns bislang weder das GD-Gutachten, noch die angeforderten RWE-Planunterlagen übersandt. Die BezReg wollte uns in der Vergangenheit trotz aller Nachfragen nie Abstandsangaben übermittelt. Dass wir das nun über die Medien erfahren, spricht für sich.“ Für diesen Blick in den Schlund des Schaufelrades mit 20 m Durchmesser brauchte man Sonntag kein Superteleobjektiv. Die Staubwolken zeigen die Trockenkeit der obersten Schicht, die vor der Rodung mal fruchtbarer Waldboden war. Blick von Westen nach dem Ende der Aktion. In der Mitte: Ein lebendes Denkmal – ein junger Hainbuchentrieb – gewachsen nach der Rodung 2017. Keinen Meter weiter! Wir müssen dran bleiben. Der Bagger ist mittlerweile am Ende der bestehenden Förderbandstrecke angekommen. Was ist jetzt geplant? So wie wir den Konzern kennengelernt haben, wird er weiter Fakten schaffen wollen. Noch haben die Bäume des Waldstücks nördlich der alten A4 über den größten Teil seiner Länge einen Abstand 200 bis 300 m vom großen Loch. In diesem Vorfeld gibt es noch guten Boden und eine große Fläche die Niederschläge aufnehmen und speichern kann. Hier könnte wieder Wald wachsen, wenn der „Wunsch“ der Kohlekommission umgesetzt wird. Unser „Bäumchen des Jahres“ braucht wieder Lebewesen um sich, die seinesgleichen sind. Wird man als nächstes die Förderbänder weiter vorrücken? Technisch ist das möglich und die Erdoberfläche in dem dann zugänglichen Bereich ist bereits von den hinderlichen Baumwurzeln befreit worden, wie die Videos zeigen. Mit der Freigabe durch ein willfähriges Oberbergamt kann dies in Kürze in Angriff genommen werden. Wir werden weiterhin das Geschehen mit Satellitenaufnahmen beobachten. Verhindern kann die Klimaschutzbewegung das nur, wenn Öffentlichkeit über das reale Treiben von RWE hergestellt wird. Viele Menschen müssen das Inferno mit eigenen Augen sehen und die Botschaft hinaustragen über, was dort geschieht. Die nächste Gelegenheit dazu ist der 63. Waldspaziergang mit Michael Zobel und Eva Töller am So, 14. Juli, der diesmal in Manheim starten wird. Dort ist die auch andere häßliche Seite derselben Medaille zu sehen – die rapide fortschreitende Zerstörung eines Dorfes.Bitte unbedingt vormerken und weitersagen! Es werden viele gebraucht, um laut und deutlich vor Ort zu sagen: „Keinen Meter weiter“.

Weiterlesen

Gemeinsame Presseerklärung zum Klimanotstand in Aachen

Wir veröffentlichen hier die gemeinsame Presseerklärung der Umweltverbände zum Beschluss des Stadtrates von heute. Wir haben diese Presseerklärung gestern verschickt, leider wurde sie anscheinend nicht, teilweise oder mit anderen Augen gelesen. Dies deuten wir aus der Berichterstattung die man in unserer lokalen Presse lesen konnte. Daher bieten wir euch die Möglichkeit euch ein eigenes Bild zu machen. Hier ein Auszug, weiter unten könnt Ihr die gesamte PE als PDF runterladen. Die Klimakrise bedroht uns alle Wir steuern aktuell auf die größte Krise zu, der sich die Menschheit jemals stellen musste. Durch menschliche Treibhausgasemissionen hat sich die Atmosphäre bereits um 1 Grad erwärmt und dramatische Folgen sind schon jetzt in weiten Teilen der Erde zu spüren, so auch in Aachen: Wochenlang mussten im letzten Sommer die Stadtbäume gewässert werden, Starkregenereignisse überschwemmten das Stadtgebiet und die steigende Durchschnittstemperatur macht dem Aachener Stadtwald zu schaffen. Trotzdem reagieren die Regierungen auf den verschiedenen Ebenen bisher kaum auf die Bedrohung. Die derzeitigen europäischen und deutschen Klimaziele reichen nicht aus, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und die Ziele der Bundesregierung werden darüber hinaus weit verfehlt. Aktuell steuert die Menschheit auf eine Erwärmung von 3 bis 4 Grad Celsius zu – eine Katastrophe mit Folgen, die heute niemand abschätzen kann. Womöglich wird sich die Erwärmung durch Kipppunkte weiter beschleunigen und ab dann nicht mehr zu stoppen sein. Die Lebensbedingungen auf der Erde werden sich dadurch radikal verändern. Ob sie für Menschen geeignet wären, weiß heute niemand. In Anbetracht dieser Krise müssen so schnell wie möglich weitreichende Veränderungen umgesetzt werden, um die CO2-Emissionen auf null zu reduzieren. Viele Kommunen haben in den letzten Wochen anerkannt: Wir befinden uns in einer akuten Notsituation, die konsequentes und radikales Umdenken erfordert – und das so schnell wie möglich. Die Ausrufung des Klimanotstandes ist dabei der konsequente erste Schritt und sollte einen erkennbaren Wendepunkt in der Klimapolitik darstellen. Der GroKo-Antrag ohne Ausrufung des Klimanotstandes reicht nicht aus In Aachen entdeckte zunächst die SPD das Thema für sich. Mit einigen guten Ideen aus anderen Städten und einer inhaltlich starken Begründung formulierte die Partei einen „Klimaweckruf“, welchen sie an ihre Fraktion weiterreichte. Wir Verbände begrüßten es, dass Klimaschutz nun endlich auch für die Aachener Regierungskoalition ein Thema werden sollte und nahmen die darin formulierte Einladung zur Beteiligung gerne an, schärften nach und brachten weitere Forderungen mit hinzu. Die daraus entstandene Resolution der Verbände verschickten wir anschließend an alle Fraktionen mit der Bitte um einen gemeinsamen Beschluss im Rat der Stadt Aachen. Doch anstatt, wie in vielen anderen Städten geschehen, fraktionsübergreifend und gemeinsam mit den Verbänden mit der Ausrufung des Klimanotstands ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz zu setzen, werden CDU und SPD in Aachen ausdrücklich „nicht der Klimanotstand ausrufen“, mit der Begründung, damit „plakative Panikmache“ verhindern zu wollen. Ohne die Ausrufung bzw. Erklärung des Klimanotstandes fehlt dem „Klimanotstand“ jedoch sein wesentlicher Bestandteil: Die Anerkennung der Notsituation, in der wir uns durch die akute Bedrohung durch die Klimakrise befinden.

Weiterlesen

Unser Bus zum großen Aktionstag am Garzweiler Tagebau

Wir protestieren am Samstag, 22. Juni 2019 gemeinsam mit Tausenden am Tagebau Garzweiler! Wir haben noch Plätze in unserem und im Greenpeace AC Bus frei! Start jeweils um 10.00 Uhr am Hbf (Greenpeace) und Bf. Rothe Erde (3 Rosen) Reservieren unter: https://aachen-hat-energie.de/kohle_stoppen/kohle_stoppen.php Es besteht sowohl die Möglichkeit ab Hochneukirch an der Tagebaurand- Demo teilzunehmen (ab 11.00 h) oder auch gleich nach Keyenberg weiterzufahren, wo die Kundgebung (13.00 Uhr) und die „Platz nehmen“ Aktion stattfinden werdwn. Alle INFOS zum Aktionstag unter: https://www.alle-doerfer-bleiben.de/aktionstag/ Auch in Garzweiler rücken die Bagger rapide weiter vor, obwohl es keinerlei bergbaulichen Grund dafür gibt jetzt die obersten Sohlen auf mehrere hundert Meter zu verbreiten. Lasst uns gemeinsam einen menschlichen Schutzwall ringsum die Dörfer bilden. Die Aktionsfarbe ist gelb! Aktuelle Infos zum Verlauf der Tagebaukante im März (kurz vor dem Sternmarsch der Dörfer) und jetzt (kurz vor der Aktion am 22.06.) könnt hier anschauen im Bereich Keyenberg und Immerath. Wir müssen uns dem Landraub entgegenstellen und die Dörfer schützen. Lasst alles stehen und liegen und fahrt mit uns zur Aktion!

Weiterlesen

Was bedeutet der „Kohlekompromiss“ für den Hambacher Wald und die bedrohten Dörfer?

Der Abschlussbericht der „Kohlekommission“ wird oft kritisiert als zu zaghaft, um einen ausreichenden deutschen Beitrag zum Klimaschutz zu garantieren. Ja richtig! Es müsste schneller vorangehen als es der Kompromiss einer Kommission formuliert, die besetzt war mit Vertretern von Wirtschaftsverbänden über Gewerkschaften bis zu Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen. Aber:  Für den Streit um die Braunkohle- Kraftwerke in unserer Region ist der Ausstiegspfad der Kommission von zentraler Bedeutung. Und eine gute Nachricht! Bis 2022 sollen im Rheinischen Revier 3.100 MW Kraftwerksleistung stillgelegt werden. Das hatte auch Armin Laschet im Jan. 2019 seitens der NRW- Landesregierung angeboten. Nimmt man dies ernst, so reduziert sich die jährliche Köhleförderung aus den Tagebauen Hambach und Garzweiler II schon in den nächsten Jahren um etwa die Hälfte. Wenn danach die Leistung sukzessive weiter reduziert wird, werden noch 672 Mio.t bis 2038 benötigt. Bei einem Enddatum 2030, wie es die Scientists for Future für möglich halten, wäre es mindestens ein Viertel weniger.    Entscheidend ist nicht wie lange es noch dauert, sondern wie schnell im jeweiligen Zeitfenster welche Kraftwerke abgeschaltet werden. Der Ansatz der DIW-Studie nach Abschaltung der ältsten und schlechtesten Kraftwerke die drei BoA-Blöcke bis 2030 voll weiterzubetreiben und dann erst langsam zu reduzieren, ist kein Naturgesetz. Ambitioniertere Pfade wären es Wert kalkuliert und in die Potitikberatung eingebracht zu werden. Wie viel Landfläche muss noch geopfert werden? Um an die Kohle ran zu kommen, wird z.B. in Hambach über 400 m tief gegraben. Damit die Ränder des großen Loches bei der Kohlegewinnung stabil bleiben, ist ein Böschungswinkel von 1:3 erforderlich (max. 33% Gefälle bzw. knapp 20° Neigung) . So steht es im vom Bergamt genehmigten RWE-Rahmenbetriebsplan. Auf dieser Basis haben die Studien von BUND NRW und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ermittelt, was förderbar ist – und zwar ohne weitere ohne weitere Rodungen und Zwangsumsiedlungen. (Ein Auszug mit den entscheidenden Fakten aus dem DIW-Gutachten siehe unten) Die Antwort ist klar: Alle Dörfer können bleiben und der Wald auch! RWE– Konzern praktiziert derzeit das genaue Gegenteil.  Ohne jede Not nähern sich die gigantischen Bagger mit erhöhter Geschwindigkeit dem Wald und auch den bedrohten Dörfern. Seit September 2018 schaufeln zwei Großbagger auf der obersten Sohle Tag für Tag rund eine halbe Million (!) Kubikmeter weg. Als erstes immer wertvollen Waldboden und fruchtbare Lößerde. Fakten schaffen heißt die Devise. Luftbild im Sep. 2018 (Zeitpunkt der Räumung der Baumhäuser). Seither ist die Tagebaukante auf der Morschenicher Seite z.T. nur noch 130m vom Wald entfernt. (gelber Kreis).Auf der Manheimerseite droht in Kürze, dass bis an die Wurzeln der Bäume gebaggert wird (roter Kreis). Bildquelle: Thomas Krämerkämper, BUND NRW Und was macht „die Politik“? Wir haben eine Bundesregierung, die mit einem Klimaschutz-Gesetz, das seinen Namen verdient, nicht voran kommt und eine Landesregierung, die keine Anstalten macht, die Fakten der Kohlekommission in eine neue Leitentscheidung für die Reviere umzusetzen. Dies gibt dem Konzern die Rückendeckung weiterzumachen, als wäre nichts gewesen. Da gibt es nur eins: Der Protest muss in diesem Jahr wieder richtig laut werden. Auszug aus der Studie des Dt. Inst. für Wirtschaftsforschung, Berlin

Weiterlesen

Rote Linie und die Zukunft

Im Mai war der Hambacher Waldspaziergang der 50. in einer unglaublichen David gegen Goliath-Geschichte. Er war gleichzeitig die fünfte „Rote Linie“, um den rasanten Vormarsch der RWE Bagger zu stoppen. Bilder des Kölner Fotografen Herbert Sauerwein von dieser friedvollen, aber bestimmten Aktion – unterlegt Liedern von Kurt & Josie (z.T. mit Bärbel an der Geige) – gibt es in diesem Video: „Die Rote Linie“, so heißt auch der bewegende Dokumentarfilm über alles, was über den Widerstand im Rheinischen Revier in die Geschichtsbücher zu schreiben wäre. Diesen Film muss man gesehen haben! Über 4 Jahre hat die großartige Regisseurin, Karin de Miguel Wessendorf, mit ihrem Team Menschen begleitet, die sich mit langem Atem gegen RWE zur Wehr setzen. Ab Do, 06.06. läuft er in der dritten Woche im Apollo. Täglich um 18.00 h. Infos und Tickets unter: http://www.apollo-aachen.de/?page_id=5900 Hingehen ist gut für das Herz und den Mut weiterzumachen. Denn der Konzern gebärdet sich derzeit wie ein verwundetes Raubtier. Wir dürfen keine Ruhe geben. Aachen im Zentrum der europäischen Klimaschutzbewegung! … für das Fronleichnams- Wochenende bahnt sich Großes an. SAVE THE DATES! „Fridays for Future“ aus 16 Ländern Europas, und die (Grand)Parents, Scientists & Co. rufen auf: Fr, 21. Juni zentraler Klimastreik in Aachen . Wir werden die größte Demo erleben, die Aachen je gesehen hat. Und der Tivoli wird mal wieder umjubelt sein! Und Harald Lesch wird auch dabei sein. Bitte packt mit an, um tausende tolle junge Menschen unterzubringen und zu versorgen. Bettenbörse und weitere Infos: https://ac2106.fridaysforfuture.de/ Am, Sa, 22. Juni geht es um die bedrohten Dörfer am Tagebaurand von Garzweiler II.Unter dem Motto: „Platz nehmen gegen Kohle!” werden wir uns mit tausenden Menschen schützend vor die Dörfer setzen. Die Farbe des Tages ist gelb, also bringt gelbe Kleidung und Sitzgelegenheiten mit! Dazu werden auch BUND, Greenpeace, campact, Naturfreunde bundesweit mobilsieren. Mobi Video unter https://www.alle-doerfer-bleiben.de/: oder hier auf YouTube Und auch die Aktiven von „Ende Gelände“ haben an diesem verlängerten Wochenende zivile und ungehorsame Aktionen an anderer Stelle in Vorbereitung. https://www.ende-gelaende.org/de/aktion/

Weiterlesen

Urenco kippt Urananreicherungslimit – neue Atomspirale droht !

Vorbemerkung: Das Rechercheteam der Bürgerinitiativen im Umfeld der nordwestdeutschen Atomfabriken hat Ungeheuerliches ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. Im Folgenden dokumentieren wir die Pressemitteilung vom 5.3.2019: – RWE, EON und Bundesregierung billigen Ausbau des Atomsektors – Wettlauf in den USA um zivil-militärische Atom-Renaissance – Uran-Firma in Jülich an Entwicklung und Bau beteiligt? Der deutsch-niederländisch-britische Urananreicherer Urenco hat angekündigt, in der firmeneigenen Urananreicherungsanlage in New Mexico/USA Kapazitäten für eine Vervierfachung des bisherigen Urananreicherungsgrads für Brennelemente aufzubauen. Zukünftig soll Uran 235 statt bislang maximal auf 5% auf bis zu 19,75% angereichert werden. Für die Entwicklung der entsprechenden Zentrifugen würde die zentrale Urenco-Techniktochter ETC neben dem Forschungszentrum in Jülich eingesetzt werden. Als mögliche Kunden führt Urenco „fortgeschrittene Reaktortypen“ sowie Forschungsreaktoren an, aber auch die von Urenco geplanten eigenen U-Batterie-Atomreaktoren. Konkretes Interesse an dem deutlich höher angereicherten Uran hat in den USA vor wenigen Wochen ausgerechnet das US-Verteidigungsministerium geäußert, das kleine mobile Reaktoren für „rapid response scenarios“ bauen möchte. Mit der Ankündigung von Urenco setzen sich die deutschen Miteigentümer RWE und EON sowie die Aufsicht führende Bundesregierung klar für einen gefährlichen Ausbau des Atomsektors ein. Das neue Produkt „HALEU“ (high assay low-enriched uranium) kommt extrem nahe an die 20%-Grenze bei der Urananreicherung. Darüber gilt Uran als hochangereichert und waffenfähig. Atompolitische Sicherheitsbarrieren werden durchbrochen „Der Urananreicherer Urenco, seine deutschen Miteigentümer RWE und EON sowie die Bundesregierung durchbrechen bei der Urananreicherung eine sicherheitspolitische Barriere – just zu einer Zeit, wo in den USA und in Europa eine neue atomare Aufrüstung droht. Öffentlich verkünden die Bundesregierung, aber auch RWE und EON, aus der Atomenergie aussteigen zu wollen, doch nun offenbart sich der Einstieg in eine völlig neue zivil-militärische Dimension der Urananreicherung. In den USA gibt es bereits jetzt einen Wettlauf auf dem HALEU-Sektor zwischen Urenco und dem US-Konkurrenten Centrus Energy um neue Kunden,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. „Urenco wird in den USA schon seit Jahren mit der Belieferung von Reaktoren in Zusammenhang gebracht, die Tritium für den Einsatz in Atomwaffen herstellen. Bislang galt die 5%-Grenze bei der Urananreicherung als Beleg für die rein zivile Nutzung – warum soll dies jetzt nicht mehr gelten? Wie kann die Bundesregierung einen derart dramatischen Kursschwenk bei Urenco billigen? Und welche Garantien gibt es, dass die neue 19,75%-Grenze in ein paar Jahren nicht auch gekippt wird, weil die Begehrlichkeiten zu groß werden? Die Gefahr der Proliferation schätze ich aus friedenspolitischer Sicht als sehr hoch ein,“ so Dr. Angelika Claussen von der Ärzteorganisation und Friedensnobelpreisträgerin IPPNW. Zentrifugenfirma in Jülich und Urananreicherungsanlage Gronau beteiligt? „Auch die deutschen Standorte zur Urananreicherung und Zentrifugenherstellung werden direkt und indirekt von der Vervierfachung des Urananreicherungsgrads betroffen sein. In Jülich befindet sich bei ETC das technologische Zentrum der Zentrifugenherstellung für Urenco und die französische Partnerfirma Orano. Und von Urenco in Gronau angereichertes Uran kann in der US-Anreicherungsanlage in New Mexico dann womöglich zu HALEU weiter angereichert werden – hier werden viele der bisherigen Sicherheitsschranken durchbrochen,“ ergänzte Kerstin Rudek von der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Hintergrund: Urenco Ltd. gehört zu je einem Drittel dem britischen und dem niederländischen

Weiterlesen

Gerd Schinkel Konzert in Aachen

Sa, 12. Jan. 2019, 20 Uhr „Zum Treffpunkt“, Zeppelinstr. 45 (Rothe Erde) Der Kölner Liedermacher schrieb die Hymne der Bewegung gegen die Waldzerstörung: „HAMBI BLEIBT“. Er ist der Chronist des Protestes, der Bänkelsänger, der journalistischen Scharfsinn und wortgewandten Witz in eingängige Melodien verpackt. Er sieht eher aus wie ein Altrocker, trägt lange weiße Haare und Vollbart. Aber Gerd Schinkel ist ein Singer/Songwriter der besonderen Art. Als ehemaliger politischer Redakteur beim WDR weiß er, wie man recherchiert und Hintergründe ausleuchtet. Wie kein anderer in Deutschland bringt er politische Wahrheiten in seinen Liedern auf den Punkt. Mal leise und nachdenklich – mal fetzig und rebellisch. Sein Programm zu Kohle und Klima schöpft aus einem Liederschatz, der 4 CDs umfasst, die man alle bei YouTube nachhören kann. Schöner ist, seine „Best of“ mit seinem Trio live zu erleben. Auf Einladung des Euregio Internet Senders NRW.tv kommt Gerd Schinkel zu einem Privatkonzert im Saal der Gaststätte „Zum Treffpunkt“ in Rothe Erde. Eintritt frei(willig). Einlass: 19.30 h

Weiterlesen