Schluss jetzt! Stoppt den Bagger!

Es kam wie es kommen musste. Der RWE-Konzern macht in Hambach alles, was technisch möglich ist und ihm nicht verboten wird. Am Sonntag sahen wir bei der spontanen roten Linie dem gigantischen Landfresser aus nächster Nähe bei seinem Zerstörungswerk zu. Bis auf nur noch 50 Meter ist die Tagebaukante an der nordöstlichen Ecke an den Wald herangerückt.

Über die Presse ließ RWE verlauten, dass ihnen das von der Aufsichtsbehörde, der Bezirksregierung Arnsberg, genehmigt wurde. Nachforschungen des BUND NRW ergaben, dass dies auf Basis eines Gutachtens der Geologischen Dienstes des Landes geschieht, das angeblich diesen Minimalabstand für den Wald als unschädlich ansieht. Dirk Jansen: „Auf unsere Anfrage hin wurden uns bislang weder das GD-Gutachten, noch die angeforderten RWE-Planunterlagen übersandt. Die BezReg wollte uns in der Vergangenheit trotz aller Nachfragen nie Abstandsangaben übermittelt. Dass wir das nun über die Medien erfahren, spricht für sich.“

Etwa 200 Menschen bildeten nach nur zwei Tagen Vorbereitungszeit eine Rote Linie auf dem Wall am Rand des Betriebsgeländes

Für diesen Blick in den Schlund des Schaufelrades mit 20 m Durchmesser brauchte man Sonntag kein Superteleobjektiv.
Die Staubwolken zeigen die Trockenkeit der obersten Schicht, die vor der Rodung mal fruchtbarer Waldboden war.

Blick von Westen nach dem Ende der Aktion. In der Mitte: Ein lebendes Denkmal – ein junger Hainbuchentrieb – gewachsen nach der Rodung 2017.

Abzug der Schutztruppen und die Bilanz des Tages: So nah war die Tagebaukante dem Wald noch nie.

Keinen Meter weiter! Wir müssen dran bleiben.

Der Bagger ist mittlerweile am Ende der bestehenden Förderbandstrecke angekommen. Was ist jetzt geplant? So wie wir den Konzern kennengelernt haben, wird er weiter Fakten schaffen wollen.
Noch haben die Bäume des Waldstücks nördlich der alten A4 über den größten Teil seiner Länge einen Abstand 200 bis 300 m vom großen Loch. In diesem Vorfeld gibt es noch guten Boden und eine große Fläche die Niederschläge aufnehmen und speichern kann. Hier könnte wieder Wald wachsen, wenn der „Wunsch“ der Kohlekommission umgesetzt wird. Unser „Bäumchen des Jahres“ braucht wieder Lebewesen um sich, die seinesgleichen sind.

Wird man als nächstes die Förderbänder weiter vorrücken? Technisch ist das möglich und die Erdoberfläche in dem dann zugänglichen Bereich ist bereits von den hinderlichen Baumwurzeln befreit worden, wie die Videos zeigen. Mit der Freigabe durch ein willfähriges Oberbergamt kann dies in Kürze in Angriff genommen werden.

Wir werden weiterhin das Geschehen mit Satellitenaufnahmen beobachten. Verhindern kann die Klimaschutzbewegung das nur, wenn Öffentlichkeit über das reale Treiben von RWE hergestellt wird.

Viele Menschen müssen das Inferno mit eigenen Augen sehen und die Botschaft hinaustragen über, was dort geschieht. Die nächste Gelegenheit dazu ist der 63. Waldspaziergang mit Michael Zobel und Eva Töller am So, 14. Juli, der diesmal in Manheim starten wird. Dort ist die auch andere häßliche Seite derselben Medaille zu sehen – die rapide fortschreitende Zerstörung eines Dorfes.
Bitte unbedingt vormerken und weitersagen! Es werden viele gebraucht, um laut und deutlich vor Ort zu sagen: „Keinen Meter weiter“.

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3 Kommentare

  1. Empört Euch!

    Heute gedenke ich dieses Lied
    all den Menschen in den Dörfern
    rund um die Gruben Garzweiler und Hambach,
    die dem Zerstörungswahn der RWE Bagger
    zum Opfer zu fallen drohen.

    Wir empören uns gemeinsam mit euch so lang,
    Wir gehen geschlossen in einer roten Linie, so lang,
    bis die Motoren uns Sägen der RWE Bagger
    endlich zum Schweigen kommen.

    Wider die Macht
    der skrupellosen Wirtschaft!!!

    Konstantin Wecker, Empört euch 2018
    https://youtu.be/W3Gerj1oyww

  2. Anlässlich des Tags des offenen Denkmals 2019:
    gefährdete Denkmäler rundum die Kohlegruben Garzweiler und Hambach)

    Unruhige Zeiten, mein Schatz

    Hast du sie auch gehört und geseh’n,
    die Rufe der Angst, die um die Dörfer weh’n,
    die Höfe, die Brunnen, die Kirchen, den Turm,
    als Denkmal zum Tode geweiht, im bebenden Sturm?

    Noch heut‘ unterm Mond bleibt uns das Herz uns’rer Linde,
    schon morgen wird sie gefällt – es rauen die Winde.
    Die Bagger, mein Schatz, horch nur, sie nah’n! –
    Bebend und gierig verschluckt uns ihr Wahn.

    (BB /08-09-19/ gewidmet Konstantin Wecker)

    Konstantin Wecker –
    Stürmische Zeiten, mein Schatz –
    Jubiläumskonzert Live 2017
    https://youtu.be/5Oru2jubdp8

    #Alle Dörfer bleiben
    #hambibleibt

  3. Da bleibt nur Wut im Bauch!
    Meint RWE wirklich, irgend jemand könnte ihm noch seine Beteuerungen, auf umweltfreundliche Energien umsteigen zu wollen, auch nur entfernt abnehmen?!
    Oder hat es mit seiner anderen Tochter (Innogy) einfach nichts zu tun? Oder ist es an Schizophrenie erkrankt?

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