An der Tagebaukante verliert der Boden permanent Wasser aus den speicherfähigen Schickten. Aufnahme nach 5 Wochen Trockenheit Anfang Juni 2020

Neue Leitentscheidung zur Rheinischen Braunkohle

Das Kohleausstiegs(verzögerungs)Gesetz ist auf Bun­de­sebene beschlossen. Und nun hat Lan­desregierung NRW — nach dem im Rheinis­chen Revi­er üblichen Prozedere — die Auf­gabe, mit ein­er neuen Leit­entschei­dung die Eckp­fos­ten und Leit­planken für die drei Tage­baue in den näch­sten knapp 20 Jahren zu setzen.

Es hat sich rumge­sprochen, dass die in Berlin beschlossene Abschal­tung der Braunkohle­meil­er deut­lich hin­ter dem zurück­bleibt, was die Kohlekom­mis­sion beschlossen hat­te — und von dem ja alle Beteiligten unisono gesagt hat­ten, dass sie es 1:1 umset­zen wollten.

Der Entwurf der Leitschei­dung, der im Okto­ber 2020 vom NRW- Kabi­nett veröf­fentlicht wurde, hat­te etwas, was es bish­er nicht gab: Bis zum 1.12. kon­nte jed­er sich betrof­fen füh­lende Bürg­er (über ein gut organ­isiertes Ver­fahren) hierzu auch dig­i­tal seine Stel­lung­nahme abgeben. Allen voran haben viele Ini­tia­tiv­en und Ver­bände der Zivilge­sellschaft das getan. So auch wir 3 Rosen.

Unsere Anmerkun­gen hat­ten wir i.W. bezo­gen auf den Ham­bach­er Wald und seine Ein­stu­fung als „erhal­tenswert“ und seinen vorge­blichen Schutz vor weit­eren Abgrabungsin­ter­essen. Wir haben vor allem die akute Wasser­not des Waldes the­ma­tisiert, die wir in diesem Som­mer bei den Arbeit­en an der Ham­bi Oase leib­haftig erfahren kon­nten. Denn der neue geset­zliche Schutz für den Rest­wald, heißt noch lange nicht, dass er eine Über­leben­schance hat, wenn ihm ring­sum das Wass­er abge­graben wird (s. Einleitungsbgild).

Wie geht es weiter? Haben wir noch Chancen?

Aus gut unter­richteten Kreisen ver­lautet, dass die Arbeits­gruppe im zuständi­gen Pinkwart- Min­is­teri­um sich mit 700 Eingaben beschäfti­gen muss. Im Moment sind sie dort noch mit dem Sortieren und Zuord­nen zu den ver­schiede­nen Fachge­bi­eten beschäftigt. Es heißt, dass die Beratun­gen sich wohl noch über Monate ziehen wer­den. Das gibt uns die Möglichkeit, noch mal öffentlichen Druck zu erzeu­gen. Dies wollen wir mit ein paar win­ter­lichen Ver­anstal­tun­gen tun.

Unsere Bühne wird nicht – wie schon oft — real im Haus der ev. Kirche in der Frére Roger Str. in AC sein kön­nen. Aber mit dem Bil­dungswerk der ev. Kirche haben wir vere­in­bart, dass dies im Rah­men ihrer mit­tler­weile einge­spiel­ten Mittwochs-Online- Ange­bote erfol­gen kann. Deshalb schon mal vormerken:

Ist der Ham­bach­er Wald gerettet? 

mit Dirk Jansen (BUND NRW), Antje Grothus (Buir­er für Buir) und Robert Borsch-Laaks (3 Rosen)

Am Mi, 10.02.2021 ab 18.00 h

Wir haben zwei bekan­nte Sprecher*innen der Umweltver­bände und Bürg­erini­tia­tiv­en ein­ge­laden, um genauer zu erfahren, was RWE plant und die Lan­desregierung (nicht) macht. Gibt es Alter­na­tiv­en zur fort­dauern­den Zer­störung? Was wird aus Morschenich und Man­heim? Wie kön­nen die Wälder ring­sum den Tage­bau wiederzusam­menwach­sen? Welche Ideen und Pläne haben die Bürger*innen vor Ort zum Struk­tur­wan­del in der Region? Darüber kön­nen Dirk Jansen und Antje Grothus aus näch­ster Nähe berichten.

Robert Borsch-Laaks berichtet über das 3 Rosen Pro­jekt „Ham­bi Oase“, einen Waldlehrp­fad, der den Bogen schlägt von den Zeug­nis­sen der Zer­störung bis zum hoff­nungsvollen Erleben der eige­nen Wider­stand­skraft des Waldes.

Online Ver­anstal­tung mit Präsen­ta­tio­nen und Diskussion
(in Zusam­me­nar­beit mit dem Weit­er­bil­dungswerk der ev. Kirche, nähere Infos zu den Ein­wahldat­en folgen).

Weit­eres im Beitrag zum BET- Gutacht­en aus dem Alt­maier­schen Giftschrank.

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