Wir lassen uns nicht verkohlen!

Gestern stand vor dem Ver­wal­tungs­gericht in Köln die mündliche Ver­hand­lung der Klage des BUND NRW e.V. gegen weit­ere Rodun­gen in Ham­bach auf der Tage­sor­d­nung. Der Gerichtssaal war brechend voll und der Richter hat­te sich gut vor­bere­it­et. Er bot Ver­gle­ichsmöglichkeit­en an, die alle­samt von RWE Pow­er in Bausch und Bogen abgelehnt wur­den.

Vor dem Gerichts­ge­bäude informierten Unter­stützer des Eilantrags über ihr Anliegen, den let­zten Rest des großar­ti­gen Forstes vor der anste­hen­den Rodungs­sai­son zu schützen. Auch die Gegen­demon­stran­ten der BCE- Gew­erkschaft waren vor Ort. Ihre Argu­mente: Vuvusela- Getöse.

Da klang der Sprech­chor „Keep it in the ground“ schon wesentlich melodis­ch­er, der am Abend durch die Aach­en­er Innen­stadt hallte, als 200 Men­schen zu ein­er kurzzeit­ig anber­aumten Kundge­bung mit anschließen­der Demo kamen.

Für den Fre­itag wird die Urteilsverkün­dung erwartet. Also hal­tet Augen und Ohren offen. Kann sein, dass wir mit noch viel mehr Men­schen protestieren .. oder vielle­icht auch feiern kön­nen. Auf jeden Fall sollte jed­er,

à den So, 10. Dezem­ber dick ROT im Kalen­der markieren. Dann find­et der näch­ste Waldspazier­gang von Michael Zobel und Eva Töller statt!

 

Szenen­wech­sel … aber nicht beim The­ma:

Seit ihrem unrühm­lichen Abgang aus den Sondierungsver­hand­lun­gen hat sich die FDP als das geoutet, was ein gut Teil ihrer viel zu vie­len Wäh­ler noch nicht begrif­f­en hat: Auf twit­ter zwitscherte Gen­er­alsekretärin Nico­la Beer als Ausstieg­grund von „ide­ol­o­gis­ch­er Energiepoli­tik, die Deutsch­land dein­dus­tri­al­isiert hätte“.

Große Unternehmen und Wirtschaftsver­bände han­deln per se nicht ide­ol­o­gisch hat­ten aber ein ganz anderes Zeichen geset­zt. 52 von ihnen kon­fron­tierten vor 2 Wochen die Ver­han­dler in Berlin mit der Forderung: „Für Inno­va­tio­nen und Investi­tion­ssicher­heit: Näch­ste Bun­desregierung muss Kli­maschutz zur zen­tralen Auf­gabe machen“.

Schon die 5 Über­schriften dieses Papiers sprechen in klar­er Nüchtern­heit das an, was anste­ht.

  1. Die Umset­zung des Kli­maschutz­plans 2050 muss zum Mod­ernisierung­spro­gramm für Deutsch­land wer­den.
  2. Als wesentliche Inno­va­tion­streiber brauchen Energiewende und Wärmewende durch den neuen Koali­tionsver­trag zusät­zlichen Schub.
  3. Für mehr Investi­tion­ssicher­heit brauchen Deutsch­land und EU umge­hend eine Weit­er­en­twick­lung des Emis­sion­shan­dels mit flankieren­den Maß­nah­men für ein investi­tion­srel­e­vantes CO2-Preissig­nal.
  4. Deutsch­land und EU brauchen jet­zt den kon­se­quenten Ein­stieg in die Verkehr­swende.
  5. Von der neuen Regierung erwarten wir entsch­iedene und effiziente Maß­nah­men zur Erre­ichung des nationalen 2020-Emis­sion­sziels.

Es lohnt sich dies kom­plett zu lesen (auf unser­er Web­site zum Down­load­en, 472 KB) und nachzuschauen, wer dies alles unter­schrieben und zur Chef­sache gemacht hat. Ihr werdet euch wun­dern.

Wir bleiben dran und freuen uns über Bünd­nis­part­ner, von denen man dies kaum erwarten hätte. Vielle­icht gelingt es Angela Merkel jet­zt – befre­it von Abo-Koali­tion­spart­ner – endlich aus den Start­blöck­en beim Kli­maschutz zu kom­men.  

 

Son­nige Grüße, Robert Borsch-Laaks

Ini­tia­tive 3 Rosen e.V.

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