Einmal durchatmen…

… ist sich­er der Wun­sch viel­er, die sich in den let­zten Wochen für die (Braun)Kohle-Wende einge­set­zt haben. Dabei kann die ein­drucksvolle Bild- und Ton-Doku­men­ta­tion helfen, an der Her­bert Sauer­wein, ein Köl­ner Fotograf, fünf Jahre gear­beit­et hat.

  • Das Rheinis­che Braunkohlere­vi­er” am Mi, 10.10. um 18.00 Uhr im Haus der ev. Kirche, Frére Roger­str. 8–10.

Die Ver­anstal­ter (Ini­tia­tive 3 Rosen, Green­peace Aachen und das Bil­dungswerk der evang. Kirche) empfehlen: „Nach den drama­tis­chen Ereignis­sen rund um Ham­bach, soll­ten wir uns die Zeit nehmen, um 80 Minuten zu schauen, zu hören, zu fühlen und zu ver­ste­hen, was die Auseinan­der­set­zung um die rheinis­che Braunkohle so schwierig macht.“

In der anschließen­den Diskus­sion wird Peter Singer, Mit­glied im „Braunkohleauss­chuss“ der Bezirk­sregierung Köln, aus dem Innen­leben dieses poli­tis­chen Entschei­dungs­gremi­ums Infor­ma­tio­nen beis­teuern. Eva Töller und Michael Zobel wer­den kom­men, um mit uns darüber zu sprechen, wie Frieden im Wald einkehren kann.

Der Ein­tritt ist frei.

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6 Kommentare

  1. Ein­mal über den Teller­rand geblickt:
    https://hinter-den-schlagzeilen.de/in-maassen-antifaschistisch
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    Meine Antwort auf den guten Artikel: Maaßen- antifaschistisch,speziell auf meinen beson­deren “Fre­und” See­hofer:
    Unmit­tel­bar nach den Über­grif­f­en beze­ich­net See­hofer die Migra­tions­frage als „die Mut­ter aller Prob­leme“ im Land. Alle anderen Prob­leme – Arbeit­slosigkeit, Kli­mawan­del, Bil­dungsmis­ere und so weit­er – wären demgemäß nur „Söhne und Töchter“ des einen Urprob­lems.

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    Mir kommt, angesichts der Aus­sage von Horst See­hofer die Galle hoch. Was bildet der Depp sich ein? Ist er so doof, oder tut er nur so? Wann endlich, wird der mal poli­tisch abgesägt, und mit ihm Söder und all die Würstchen, die in der AFD sitzen?

    Während die Demos in allen Städten laufen, eine erfreuliche Großde­mo in Berlin, bin ich in eigen­er Mis­sion unter­wegs. Ich möchte raus­find­en, unter dem Aspekt der wahren Kli­makiller-Forschung, mit wem RWE hin­sichtlich des Kohle Abbaus ver­ban­delt ist. Heute war ich vor Ort, Braunkohle­tage­ab­bau Garzweil­er, Kohle- Kraftwerk Gim­mers­dorf und Neu­rath, in der Ferne dampfte noch das Kohlekraftwerk Nieder­außen. Es war sehr inter­es­sant und auf­schlussre­ich, anhand der Beschilderung direkt an den Orten des Geschehens die wirtschaftlichen Ver­flech­tun­gen zu sehen, alles fofodoku­men­tarisch fest­ge­hal­ten. Nein Herr See­hofer, die Kli­makiller sind KEINE Frage der Migra­tion, die Kli­makiller sitzen mit­ten unter uns, in der Wirtschaft, von den Poli­tik­ern wie ein Kind gehätschelt und getätschelt!!!
    Der Baum­be­wuchs im Einzugs­bere­ich der Kohleab­bauge­bi­ete bildet ein erschreck­endes Bild: kahle, blat­t­lose Bäume, dem Kohle­fe­in­staub zum Opfer gefall­en.
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    Sehr sauer stieß mir auf, dass direkt neben dem Kohlekraftwerk Frim­mers­dorf ein großes Asy­lanten­heim ste­ht (fotografisch fest­ge­hal­ten). Das ist wohl die Antwort der Poli­tik­er wie See­hofer auf die Migra­tions­frage. Die Asy­lanten, die sie nicht zurückschick­en kön­nen, wer­den an Orte gesteckt, wo sie unter unwürdi­gen Bedin­gun­gen leben müssen, wie in Frim­mers­dorf, wenige 100 Meter vom Kohle-Tage­ab­bauge­bi­et Garzweil­er ent­fer­nt, direkt am Fuße des Kohlekraftwerks Frim­mers­dorf. Sie wer­den den Fein­staub tagtäglich einat­men müssen. Sind das die Folter­meth­o­d­en von heute???

    Ich bin entset­zt und empört, wenn ich die Poli­tik­er von heute reden höre. Ich bin kein­er poli­tis­chen Partei zuge­hörig, aus dem Klün­gel halte ich mich fern, eben­so, wie aus poli­tis­chen Ide­olo­gien. Ich weiß nur eins: ich benutze meinen gesun­den Men­schen­ver­stand, den Rest ziehe ich aus meinen mir ure­ige­nen spir­ituellen Wurzeln. Bei­des sagt mir, dass es, bezo­gen auf Migra­tion und bezo­gen auf den elen­den Recht­sruck in Deutsch­land genau zwei Lieder gibt, an denen ich fes­thalte:

    Sage Nein- Kon­stan­tin Weck­er
    https://youtu.be/aZtmfCJRErY

    Ich habe einen Traum ‑Kon­stan­tin Weck­er

    https://youtu.be/CfJawNZm-rQ

  2. Danke für den inter­es­san­ten und sehr guten Film- Vor­trags- und Diskus­sion­s­abend, musikalisch begleit­et von Gerd Schinkel mit seinen guten Liedern, stets am Puls der Zeit. Sel­ten habe ich einen Doku­men­tarfilm gese­hen, der so unter die Haut geht. Mein Dank geht auch und ins­beson­dere an den Foto­jour­nal­is­ten Her­bert Sauer­wein, der uns seinen Film, der in fünf Jahren inten­siv­er Recherche, Fotografien und Fil­men ent­stand, zeigte.

    Die 3 Rosen Ini­tia­tive ist, wie immer vortr­e­f­flich in ihren Ver­anstal­tun­gen und Ini­tia­tiv­en und mehr als das: sie ist eine aktive Bürg­erini­tia­tive, eine Gemein­schaft aus Gle­ich­gesin­nten, an wach­samen, engagierten und her­zlichen Men­schen zugle­ich. Danke ist ein Wort, dass wir heutzu­tage lei­der zu wenig über die Lip­pen bekom­men und darum möchte ich es nun als Wort, gefühlt und gedacht, sowie in Form eines schö­nen alten Kirchen­lieds zum Aus­druck brin­gen:

    DANKE
    https://youtu.be/IMCeBIDHHhU

  3. Ham­bi bleibt!
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    „Ham­bi bleibt“ ist der kurze, aber präg­nante Ausspruch. Man hätte auch sagen kön­nen „Ham­bach­er Forst bleibt“, aber “Ham­bi bleibt“ ist kürz­er, präg­nan­ter und geeignet für eine gemein­same Kundge­bungs- Aus­sage.
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    Pro­biert es am besten mal sel­ber aus, stellt euch hin, den Brustkör­p­er aufgerichtet, tief Luft holen (am besten mit Zwer­ch­fel­lat­mung), den großen Baum vor seinen Augen entste­hen lassen, und dabei langsamen ausat­men und laut und deut­lich mit dem Brust­ton der Überzeu­gung aussprechen:

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    „H A M B I B L E I B T !

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    Ihr werdet sehen, wie gut das tut.

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    „Ham­bi“ bezieht sich auf den Rest des Ham­bach­er Forsts, den die RWE noch übrig gelassen hat und auf die Baumhaus­be­wohn­er zugle­ich. Neben dem Ham­bach­er Forst ist die Erde mit ein­er tiefen Narbe durch­zo­gen, mit dem gigan­tisch großen Braunkohle- Tage Abbauge­bi­et der RWE. Über das Satel­liten­bild von google maps bekommt man eine Ahnung, welch ein Raub­bau an der Erde durch RWE getätigt wurde:
    https://www.google.com/maps/place/Forst+Hambach/@50.9049865,6.4136818,19393m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x47bf5c94fc8fe1af:0x34d898611d7c9285!8 m²!3d50.9!4d6.4333333

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    Alte Dör­fer wur­den im Auf­trag der RWE aus­gelöscht, wie z. B. das Dorf Man­heim. Ich bin let­zten Sam­stag auf dem lan­gen pil­gern­den Demon­stra­tionszug von Hor­rem zum Kundge­bungsplatz am Ham­bach­er Forst bei Buir durch Man­heim gekom­men. Es war unheim­lich, eine Grabesruhe legte sich über die ver­lasse­nen Straßen. Die Blu­men ver­dor­rten in den Vorgärten, ein Gar­ten­tore hin­gen in den Angeln, viele Fen­ster­rol­lä­den waren nach unten gefahren, die übri­gen Fen­ster blind und ver­staubt, Klin­geln und Briefkästen ver­weist, ein großes Haus­dach einge­brochen… das frühere Dor­fleben war wie aus­gelöscht. Hier haben früher Fam­i­lien, Bauern, naturver­bun­dene Men­schen, Kinder und Alte in ein­er friedlichen Dor­fge­mein­schaft gewohnt, bis RWE über dieses Dorf ver­fügte und über es im Namen des Kohleab­baus ver­fügte.

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    Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Was haben sie mit den alten Dorf­be­wohn­ern gemacht? Wo sind sie hin? Wie leben sie jet­zt? Haben sie wieder ihre alten Fre­unde und Nach­barn gefun­den? Der Dom zu Immerath, ein wertvolles altes Kul­tur­denkmal wurde vor weni­gen Monat­en abgeris­sen, im Namen des Geldes, des Kohleab­baus, im Auf­trag der RWE. Eine Kirche ist ein wichtiges Bindeglied für die Gemeinde und Gläu­bi­gen, in Dör­fern mehr denn je. Heute ist nichts mehr vom Dom zu Immerath zu erken­nen. Mit Bag­gern und Abriss­bir­nen wurde er abge­brochen, einge­stampft im Zahn der Zeit und der RWE-Kohle. Sie, wie auch das Dorf Man­heim standen den ehrgeizigen Zie­len der RWE im Weg: den Aus­bau von Kohleab­bauge­bi­eten. Aus­gelöscht im Zahn der Zeit… Die Auto­bahn A4 wurde im Bere­ich des Ham­bach­er Forst etwa 2 km nach Süden ver­legt. Auch sie beschränk­te die Flächen der geplanten Kohleab­bauge­bi­ete und so wurde die Ver­legung der A4 im Bere­ich des Ham­bach­er Forsts ver­fügt. Das alte Stück der alte A4 weist wie eine Ruine ins Land. Im Bauge­set­zbuch heißt es: Bun­desrecht bricht Lan­desrecht. In Über­set­zung lautet es hier: RWE bricht Bun­desrecht und RWE bricht Leben­srecht.
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    In und um den Ham­bach­er Forst hat die RWE wie ein Gigant zugeschla­gen, tiefe Wun­den in der Erde zeigen von einem Men­sch und Erde gegenüber bru­tal­en und gewis­senlosen Han­deln. Wann wer­den sich die Nar­ben der Natur, der alten Dör­fer und Kirchen, mit ihnen ver­bun­den der Dorf­be­wohn­er wieder schließen? Die Schneise der Zer­störung machte auch im Ham­bach­er Forst nicht Halt. Im Auf­trag der RWE haben Hun­dertschaften an Polizis­ten mit gepanz­erten Fahrzeu­gen, Hebe­büh­nen und Kreis­sä­gen die kun­stvoll, mit handw­erk­lichem Geschick aufge­baut­en Baumhäuser, die hoch in den Baumkro­nen wohn­ten, sys­tem­a­tisch zer­stört, ein Baumhaus nach dem anderen. Ich habe viele Fotos des alten Baumbe­stands gemacht, bevor auch die let­zten Baumhäuser der brachialen Gewalt von RWE zum Opfer fie­len. Mit jedem Baumhaus starb ein Stück Seele eines Baumhäuslers, eines Ham­bis. Gepanz­erte Fahrzeuge und Räum­fahrzeuge haben bre­ite Schneisen in den Wald und tiefe Furchen in die weich gepol­sterten Wald­wege gepflügt. Manche Wege sehen heute aus wie Schlacht­felder, ver­weist, ver­lassen im Zeichen des Mam­mons Kohle. Riesige Baum­stümpfe zeu­gen von Bru­tal­ität, die im Ham­bach­er Forst zugeschla­gen haben. Buche, Eichen, Kas­tanien, die über uns lange Zeit ihre Geschicht­en erzählt haben, die der Pflanzen und Tier­welt ihren Schutz geboten haben, friedliche, wehrlose, alte Bäume sind heute mit ein­er Ket­ten­säge bis auf ihren Stumpf abgesägt.
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    Ich werde mir die näch­sten Woch­enende Zeit nehmen wieder und wieder hin­fahren und an all den Baum­stümpfen kleine selb­st­ge­baute Holzkreuze auf­stellen, Ästen, die am Boden liegen, ver­bun­den zu einem Kreuz. Ein Mah­n­mal und eine Ehrung für die alten, großen Bäume zugle­ich das stelle ich mir vor-

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    „Ham­bi bleibt“ ist mehr als eine Forderung für ein Stück Wald, mehr als eine nach­haltige Forderung für mehr Kli­maschutz, mehr als die Forderung zu „Nein zum Kohleab­bau.“ „Ham­bi bleibt“ ste­ht für den Erhalt des Baums, unter dessen Kro­ne Blu­men, Sträuch­er, Pilze, Vögel, Rehe, Wild­schweine, Füchse, Hasen, Feld­mäuse, Fle­d­er­mäuse ein Refugium find­en, in denen wir Men­schen unsere Ruhe find­en, dur­chat­men kön­nen und unsere See­len baumeln lassen kön­nen. Einen alten Baum verpflanzt man nicht. Er ist die Seele der Natur, unser­er Natur.
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    Ham­bi bleibt.
    Der Wald bleibt
    und mit ihm seine Jahreszeit­en,
    als wan­del­nde Son­nenuhr des Men­schen.
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    George Win­ston Thanks­giv­ing
    (Piano Solo) 1982
    https://youtu.be/LA05aiIvl20

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